Krieg gegen IS Mehr als 200 Freiwillige aus Deutschland kämpfen gegen Terrormiliz IS

Von Marion Trimborn

Kampf in  Mossul (Irak) gegen Stellungen der IS-Terrormiliz. Diesem Kampf haben sich mehr als 200 Menschen aus Deutschland angeschlossen. Foto: dpaKampf in Mossul (Irak) gegen Stellungen der IS-Terrormiliz. Diesem Kampf haben sich mehr als 200 Menschen aus Deutschland angeschlossen. Foto: dpa

Osnabrück. Es gibt viele ausländische Freiwillige aus Europa, die sich den kurdischen Gruppen in Syrien und dem Irak im Kampf gegen die Terrormiliz IS anschließen. Aus Deutschland sind 204 Menschen mit diesem Ziel ausgereist,darunter waren 69 mit deutschem Pass.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Die meisten kämpften an der Seite kurdischer Gruppierungen, wobei Personen, die sich den kurdischen Streitkräften (Peschmerga) anschließen wollten, nicht erfasst sind. Drei deutsche Staatsbürger kamen auf Seiten der Anti-IS-Koalition dabei ums Leben.

Von den seit 2013 ausgereisten freiwilligen Kämpfern sind laut Bundesinnenministerium bislang 102 zurückgekehrt, darunter 43 Deutsche.

Toter bei türkischem Luftangriff

Einer der Kämpfer aus Deutschland wurde bei einem türkischen Luftangriff auf ein syrisches Dorf getötet. Die Bundesregierung schreibt, die genauen Todesumstände seien ihr nicht bekannt und fügt hinzu: „Es bestand daher keine Veranlassung, seinen Tod mit der türkischen Regierung zu thematisieren.“

Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke kritisierte diese Haltung: „Gerechtigkeit wird hier von der Bundesregierung mal wieder der Waffenbrüderschaft mit Ankara geopfert.“ Dass der Generalbundesanwalt keine Ermittlungen in dem Fall aufgenommen habe, sei skandalös: „Ich kann mir dieses Verhalten nur als Geschenk an die Türkei erklären“, sagte Jelpke.

Reisewarnung für Irak und Syrien

Die Bundesregierung rät Personen dringend ab, sich in die Kampfgebiete zu begeben. „Sowohl für Irak als auch für Syrien gelten Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes“, schreibt die Regierung.

Drei der Rückkehrer werden von der Polizei als „relevante Personen“ eingestuft, das heißt, die Fahnder nehmen nicht an, dass sie selbst Terroranschläge begehen würden, wohl aber, dass sie etwa bei der Vorbereitung eines Anschlags logistisch helfen könnten.

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