Planung der Bundesregierung Hermesbürgschaft für Massenställe in Ukraine

So frei wie diese Ente in Moskau werden sich ihre Artgenossen in der geplanten Entenfarm in der Ukraine nicht bewegen können. Foto: afpSo frei wie diese Ente in Moskau werden sich ihre Artgenossen in der geplanten Entenfarm in der Ukraine nicht bewegen können. Foto: afp

Osnabrück. Die Bundesregierung plant entgegen früherer Ankündigungen eine weitere Hermesbürgschaft für eine Tierfabrik in der Ukraine.

Das geht aus Veröffentlichungen von Euler Hermes hervor, die unserer Zeitung vorliegen. Demnach sollen auf knapp 119 Hektar Fläche 860000 Tiere untergebracht werden. „Die Lieferungen aus Deutschland umfassen im Wesentlichen Ausrüstung für die Entenfarm und die Futtermühle sowie die Schlacht- und Zerleglinien inklusive Abfallverwertungsanlage und Abwasserreinigung“, heißt es.

Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) hatte mit Blick auf die Exportgarantien für Mastställe in der Ukraine betont, „dass wir dieses in Zukunft nicht mehr haben wollen“. Laut einem Schriftwechsel aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium soll der Bau der Ställe mit Bodenhaltung jedoch jetzt mit 35 Millionen Euro abgesichert werden.

Das Projekt steht unmittelbar vor der Entscheidung durch die Bundesregierung. „Angesichts der Größe der geplanten Anlage ist eine artgerechte Entenhaltung sehr unwahrscheinlich“, sagte der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, unserer Zeitung. „Ich fordere die Bundesregierung daher auf, diese Hermesbürgschaft zu stoppen, bis eindeutig geklärt ist, ob eine artgerechte Haltung der Tiere gewährleistet werden kann.“


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