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26.02.2017, 19:27 Uhr KOMMENTAR

Gewalt gegen Flüchtlinge: Tiefgründiger Hass

Kommentar von David Hausfeld

Über 3500 Angriffe auf Flüchtlinge und Unterkünfte sind 2016 in Deutschland registriert worden. Foto: dpaÜber 3500 Angriffe auf Flüchtlinge und Unterkünfte sind 2016 in Deutschland registriert worden. Foto: dpa

Osnabrück. Mehr als 3500 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte sind 2016 in Deutschland registriert worden. Es sind fremdenfeindliche Attacken aus der Mitte der Gesellschaft, sagt unser Kommentator.

Es ist beschämend und beängstigend zugleich: Insgesamt 3533 Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte gab es laut Bundesinnenministerium 2016. Diese Angriffe sind kein Ausdruck der Ängste „besorgter Bürger“ und auch kein Statement gegen Verfehlungen in der Flüchtlingspolitik. Es sind Attacken mit einem Ziel: Menschen zu schaden, zu verletzen und möglicherweise zu töten.

Dabei sind nicht einmal die wehrlosesten unter den Flüchtlingen vor diesen Kriminellen sicher: 43 Kinder waren unter den 560 Menschen, die verletzt wurden. Damit noch nicht genug: Zusätzliche Attacken richteten sich gegen freiwillige Helfer und Hilfsorganisationen. Damit demonstrieren die Gewalttäter nicht nur jeglichen Verlust von Anstand und Moral, sondern auch, dass sie jeden Bezug zu einem sozialen Zusammenleben verloren haben. Die Systematik belegen fast tausend Angriffe gegen Asylunterkünfte. Die gehen nicht als Affekttaten durch, sondern waren gezielt geplante Anschläge.

Egal wie sich die Täter rechtfertigen, es bleiben die Übergriffe gewaltbereiter Fremdenfeinde und Rassisten. Es sind Verbrechen, wie sie nur aus einem tiefgründigen Hass hervorgehen können. Die Zahlen dokumentieren ein ausgewachsenes Problem mit rechter Gewalt, die es bis in die Mitte der Gesellschaft geschafft hat und dort bekämpft werden muss.


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