Wegen Dublin-Verordnung Deutschland nahm 2016 mehr als 12.000 Asylbewerber zurück

Ein Bundespolizist im Oktober 2015 an der deutsch-österreichischen Grenze vor einer Gruppe Migranten. Foto: dpaEin Bundespolizist im Oktober 2015 an der deutsch-österreichischen Grenze vor einer Gruppe Migranten. Foto: dpa

Osnabrück. Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr als 12.000 Asylbewerber aufgrund der sogenannten Dublin-Verordnung aus anderen Staaten zurückgenommen. Das teilte das Bundesinnenministerium unserer Redaktion mit.

Zugleich schickte die Bundesrepublik fast 4000 Migranten in andere Länder zurück, wo nun über deren Asylantrag entschieden wird. Die meisten Asylbewerber übernahm Deutschland aus Schweden, das etwa 3700 Menschen nach Deutschland überstellte

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Europäische Asylpoltik: Was ist das Dublin-Verfahren?

In der Flüchtlingspolitik ist immer wieder die Rede vom Dublin-Verfahren. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter?

Die Dublin-Verordnung besagt seit 2003, dass in den teilnehmenden EU-Staaten (plus Norwegen, Island und Schweiz) dasjenige Land, in dem ein Asylbewerber erstmals europäischen Boden betreten hat, für dessen Asylantrag zuständig ist. Reist ein Flüchtling weiter und stellt seinen Antrag in einem anderen Land, kann er in das Land der ersten Einreise zurückgeschickt werden.

In der Praxis wurde die Dublin-Verordnung zuletzt nicht in allen Staaten konsequent umgesetzt: So hielten sich beispielsweise Italien, Griechenland oder Ungarn nicht daran, alle Flüchtlinge ordnungsgemäß zu registrieren.

Deutschland hatte die sogenannten Dublin-Überstellungen nach Griechenland schon vor Jahren wegen der schwerwiegenden Mängel des griechischen Asylsystems ausgesetzt. Das Dublin-System soll nun reformiert werden. (red/kück)

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