Mehr Obdachlose Wohnungslosigkeit: Mieterbund fordert Schutz vor Zwangsräumungen

Lukas Siebenkotten ( Direktor des Deutschen Mieterbundes, DMB) am Rande eines Interviews in Berlin Lukas Siebenkotten. Foto: imago/SeeligerLukas Siebenkotten ( Direktor des Deutschen Mieterbundes, DMB) am Rande eines Interviews in Berlin Lukas Siebenkotten. Foto: imago/Seeliger

Osnabrück. In Deutschland steigt die Zahl der Obdachlosen. Der Deutsche Mieterbund fordert ein Eingreifen des Staates. Mieter müssten mehr Schutz vor Zwangsräumungen bekommen, sagt der Direktor des Mieterbundes, Lukas Siebenkotten. Für Bedürftige müsse der Staat seine Mietzuschüsse anheben.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Siebenkotten: „ Es muss Sicherheitsnetze geben, wenn einem Mieter wegen Mietschulden gekündigt wird und er die Wohnung räumen muss.“ Im Fall von Zwangsräumungen müssten die Wohnungs- und Sozialämter eingeschaltet werden, um die Räumung abzuwenden.

Siebenkotten kritisierte die Regelungen zur Grundsicherung, die den Lebensunterhalt älterer Menschen abdeckt. „Die bisherigen Pauschalen sind nicht angemessen und müssen steigen“, verlangte der Mieterbund-Direktor .

Zu wenig Sozialwohnungen

Außerdem müsse der Staat dringend wieder mehr Sozialwohnungen bauen , deren Zahl kontinuierlich sinke: „Es fehlt an bezahlbaren Wohnungen. Es werden kaum Sozialwohnungen nachgebaut.“ Es müssten jedes Jahr etwa 100 000 Sozialwohnungen entstehen sowie weitere 200 000 Mietwohnungen, die nicht im Hochpreis-Bereich angesiedelt seien, also für sechs bis acht Euro pro Quadratmeter Kaltmiete.

Die Zahl der Wohnungslosen in Deutschland ist laut Bundesregierung zuletzt deutlich auf 335 000 gestiegen. Der Mieterbund schätzt die Zahl noch höher auf rund 400 000 Menschen, Tendenz steigend.


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