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Attacken „in naher Zukunft“ IS plant neue Anschläge in Europa — auch Deutschland gefährdet

Von dpa

Das Foto zeigt den mittlerweile getöteten IS-Terroristen Abdelhamid Abaaoud, den Drahtzieher der Anschläge von Paris am 13. November 2015. Vor den Anschlägen zeigte dieser sich in einem IS-Video mit Koran und IS-Glagge. Er wurde in Paris bei der Erstürmung von Spezialeinheiten erschossen. Foto: dpaDas Foto zeigt den mittlerweile getöteten IS-Terroristen Abdelhamid Abaaoud, den Drahtzieher der Anschläge von Paris am 13. November 2015. Vor den Anschlägen zeigte dieser sich in einem IS-Video mit Koran und IS-Glagge. Er wurde in Paris bei der Erstürmung von Spezialeinheiten erschossen. Foto: dpa

Den Haag. Die Terrormiliz IS erleidet Verluste in Syrien und dem Irak. Damit nimmt die Gefahr von Anschlägen in Europa zu. Dutzende Terroristen könnten schon in Europa sein.

Die Terrormiliz Islamischer Staat plant nach Informationen von Europol neue Terroranschläge in Europa in der nahen Zukunft. Durch die Verluste der Terrormiliz in Syrien und dem Irak steige die Anschlagsgefahr in Westeuropa, warnt das europäische Anti-Terrorismus Zentrum von Europol.

Einzeltäter und Gruppen

Ein entsprechender Bericht wurde in Den Haag veröffentlicht. Nach Einschätzungen von Geheimdiensten könnten bereits mehrere Dutzend potenzielle IS-Terroristen in Europa sein.

Aus der Perspektive des IS waren die Anschläge in Belgien und Frankreich 2015 und 2016 „erfolgreich“, heißt es in der Analyse der europäischen Polizeibehörde. „Weitere Anschläge in der EU, sowohl von Einzeltätern als auch Gruppen, werden wahrscheinlich in der nahen Zukunft stattfinden.“ Der IS habe vermutlich bereits neue Taktiken für Angriffe gegen den Westen entwickelt.

Auch Deutschland gefährdet

Frankreich ist den Experten zufolge am meisten gefährdet. Aber auch Belgien, Deutschland, die Niederlande und Großbritannien seien mögliche Ziele.

Anschläge könnten sowohl von vernetzten Gruppen als auch Einzeltätern verübt werden. Das mögliche Waffenarsenal ist: Sprengstoff, automatische Waffen, Messer, Äxte, Macheten oder Autos. Die Terrorismus-Experten schätzen auch die Gefahr von Autobomben als hoch ein. „Der sogenannte Islamische Staat hat sich als sehr effektiv erwiesen, Personen zu Terroranschlägen zu inspirieren und sie selbst auszuführen.“

Syrische Flüchtlinge sind Risikogruppe

Durch die Verluste des IS in Syrien und dem Irak kehren immer mehr ausländische Kämpfer zurück nach Europa. Von ihnen gehe eine große Gefahr aus, warnt der Koordinator für Terrorabwehr der EU, Gilles de Kerchove. „Diese Leute sind im Einsatz von Sprengstoff und Waffen ausgebildet und wurden mit der dschihadistischen Ideologie indoktriniert.“

Als weitere Risikogruppe nennen die Ermittler syrische Flüchtlinge. Extremisten würden versuchen, sie anzuwerben und zu radikalisieren. Auch ist es wahrscheinlich, dass IS-Kämpfer Flüchtlingsheime infiltrierten. Der IS habe ein Interesse, die Migrationskrise anzustacheln, um die EU-Bürger zu polarisieren und gegen Flüchtlinge aufzuhetzen.