Bizarre Details zum Maulwurf Enttarnter Islamist beim Verfassungsschutz war Porno-Darsteller

Von Janine Richter

Der mutmaßliche Islamist, der beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) enttarnt wurde, war nach Medieninformationen Porno-Darsteller. Foto: Oliver Berg/dpaDer mutmaßliche Islamist, der beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) enttarnt wurde, war nach Medieninformationen Porno-Darsteller. Foto: Oliver Berg/dpa

Berlin. Der mutmaßliche Islamist, der beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) enttarnt wurde, war nach Medieninformationen ein Porno-Darsteller.

Wie die „Washington Post“ berichtet , hätten Ermittler die Wohnung des Beschuldigten in Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) nach Beweisen für den Verrat von Dienstgeheimnissen durchsucht. Dabei seien sie auch auf pornografisches Material gestoßen, in dem der mutmaßliche Islamist selbst zu sehen ist. Als Porno-Darsteller habe er dasselbe Pseudonym benutzt, wie in seinen islamistischen Chatgesprächen.

Kommentar: Islamist enttarnt – Reform des Verfassungsschutzes längst nicht beendet

Durch Chatpartner aufgeflogen

Der 51-Jährige, gebürtige Spanier war den Ermittlern zufolge seit dem vergangenen April als Quereinsteiger beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) beschäftigt und dort mit der Beobachtung der gewaltbereiten, salafistischen Szene betraut. Ihm wird vorgeworfen, sich im Internet gegenüber einem Chatpartner als Mitarbeiter des BfV offenbart und unter anderem Details zu Einsätzen mitgeteilt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf soll der Beschuldigte darüber hinaus dem Chatpartner vorgeschlagen haben, Gleichgesinnten Zugang zur BfV-Zentrale in Köln-Chorweiler für eine Gewalttat gegen „Ungläubige“ zu ermöglichen, da dies „sicher im Sinne Allahs“ sei und er „zu allem bereit sei, um den Brüdern zu helfen“. Der Mann flog auf, weil es sich bei seinem Chatpartner ebenfalls um einen BfV-Mitarbeiter handelte.

Unbemerkt von Familie radikalisiert

Gegen den mutmaßlichen Maulwurf ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Zudem prüft die Behörde, ob der Beschuldigte Dienstgeheimnissen verletzt und sich bereit erklärt hat, ein Verbrechen zu begehen. Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf gibt es bislang keine Anhaltspunkte, dass der geständige Inhaftierte „sicherheitsrelevante Kenntnisse“ an gewaltbereite Salafisten weitergegeben hat.

Der mutmaßliche Islamist soll sich unbemerkt von seinem persönlichen Umfeld radikalisiert haben. Der Mann ist verheiratet und mehrfacher Familienvater.

Forderung nach Schließung des BfV

Die Linken-Innenexpertin Ulla Jelpke bekräftigte die Forderung ihrer Partei nach Abschaffung des BfV. „Ein nur durch Zufall enttarnter Dschihadist im deutschen Geheimdienst, systematische Zusammenarbeit mit Neonaziterrorgruppen - was soll noch alles ans Tageslicht kommen, bis dieses Amt

endlich geschlossen wird?“, sagte Jelpke im Gespräch mit unserer Redaktion Der Inlandsgeheimdienst habe „keine Sicherheitslücke, er ist eine“. (mit AFP)