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24.11.2016, 11:00 Uhr KOMMENTAR ZU EU-PARLAMENTSPRÄSIDENT

Schulz will nach Berlin – die ungeliebte Option

Kommentar von Burkhard Ewert

Verlässt die europäische Bühne: Noch-Parlamentspräsident Martin Schulz. Foto: dpaVerlässt die europäische Bühne: Noch-Parlamentspräsident Martin Schulz. Foto: dpa

Osnabrück. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) will in die Bundespolitik wechseln. Ob die damit verbundenen Optionen SPD-Chef Sigmar Gabriel wirklich willkommen sind? Ein Kommentar.

Nun ist es raus – der europäische SPD-Politiker Martin Schulz wechselt in die Bundespolitik. Ob das die Chancen der Sozialdemokraten bei der nächsten Bundestagswahl steigert, wird sich zeigen. Risiken bestehen. Denn der Noch-Präsident des EU-Parlaments ist radikaler Europäer. Alle Macht nach Brüssel? In der nationalen Politik ist das gegenwärtig nicht gerade eine Empfehlung.

Schulz hat einen weiteren Nachteil: Auf dem Boden geblieben ist er nicht. Mit seiner Verantwortung wuchs in Brüssel das Ego. Drittens schließlich ist er ein Freund schneller Urteile und scharfer Worte. Das kann man authentisch finden. Es wirkt aber manchmal auch selbstgerecht. Zudem ist es kein Geheimnis, dass Schulz zuletzt im Gestus einer gewissen Unverzichtbarkeit darauf spekuliert hatte, Parlamentspräsident in Brüssel zu bleiben. Damit konnte er sich nicht durchsetzen. Berlin nun also als zweite Wahl?

Mit Jubel empfangen wird Schulz daher nicht. Auch Sozialdemokraten sagen: Der Rheinländer ist ein erfahrener Profi, wunderbar. Dass er in Deutschland gut ankommt, beim Wähler wie an der Basis der SPD, ist nicht ausgemacht. Parteichef Sigmar Gabriel hat nun jedenfalls eine Option mehr. Ob sie ihm wirklich willkommen ist?


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