Erneuerbare Energien, grüne Oasen Marokko kämpft gegen Erderwärmung und deren Folgen

Von afp

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Solarmodule sorgen in Marokko für Strom. Foto: dpaSolarmodule sorgen in Marokko für Strom. Foto: dpa

Marrakesch. Mit der UN-Klimakonferenz in Marrakesch übernimmt Marokko den Vorsitz der internationalen Klimaschutzverhandlungen – und damit ein Land, das die negativen Folgen der Erderwärmung selbst deutlich zu spüren bekommt.

Der Klimawandel sorgt für zunehmende Trockenheit und Dürren in Marokko, und das schadet der Landwirtschaft, einem bedeutenden Wirtschaftssektor des nordafrikanischen Landes. Die marokkanischen Oasen sind in akuter Gefahr. Außerdem muss Marokko wegen des Klimawandels eine Zunahme von Flüchtlingen aus anderen Teilen Afrikas befürchten. Gründe genug für Marokko, sich in vielen Bereichen im Kampf gegen die Erderwärmung und deren Folgen zu engagieren:

Größter Solarpark der Welt in Planung

Erneuerbare Energien: Marokko hat nur wenige fossile Energiereserven und importiert daher mehr Strom als jedes andere Land in Nordafrika und im Nahen Osten. Das soll sich grundlegend ändern – und zwar auf klimafreundliche Weise. Bis 2020 sollen fünf Solarparks entstehen, darunter der größte der Welt.

Mit Unterstützung der deutschen Förderbank KfW wurde im Februar der erste Bauabschnitt dieses Großprojekts eröffnet. Noor 1 ist das erste Solarkraftwerk des Landes überhaupt und soll mit seiner Kapazität von 160 Megawatt Strom für 350.000 Menschen erzeugen. Laut einem Bericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) investierte Marokko vergangenes Jahr zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Dollar (899 Millionen Euro) in erneuerbare Energien. Ziel ist es, dass in Zukunft 52 Prozent des Energieverbrauchs des Landes durch die Erneuerbaren gedeckt werden.

Aktionsplan „Grünes Marokko“

Landnutzung: Die zunehmenden Trockenperioden seit Ende des 20. Jahrhunderts bedrohen die Oasen in den Randgebieten der Sahara, die Marokko jahrhundertelang geprägt und vor einer ungebremsten Ausdehnung der Wüste geschützt haben. Binnen eines Jahrhunderts verlor Marokko zwei Drittel seiner Oasen. In Marrakesch will die marokkanische Regierung einen globalen Aktionsplan zur Bewahrung dieses Ökosystems vorlegen.

Auf nationaler Ebene wurde mit „Grünes Marokko“ schon 2008 ein ehrgeiziges Programm zur Rettung der Palmenhaine gestartet. Nachdem die Zahl der Dattelpalmen von 15 Millionen auf 4,8 Millionen gefallen war, stieg sie laut Landwirtschaftsministerium dank des Aktionsplans mittlerweile auf 6,6 Millionen Dattelpalmen. Im Jahr 2020 sollen in Marokko wieder acht Millionen Dattelpalmen wachsen.

Klimawandel gefährdet Agrarsektor

Agrarsektor: Schon vor der UN-Klimakonferenz hat Marokko eine Initiative zur Anpassung der afrikanischen Landwirtschaft an den Klimawandel gestartet. Sie soll deutlich machen, dass die Erderwärmung Afrika besonders zu schaffen macht und dort vielen Menschen die Lebensgrundlage zu entziehen droht. Die Ausgestaltung der Initiative dürfte auch in Marrakesch Thema sein.


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