Experte rät zur Angriffslust Das sollten Clinton und Trump im dritten TV-Duell tun

Donald Trump und Hillary Clinton bei der dritten TV-Debatte. Foto: AFPDonald Trump und Hillary Clinton bei der dritten TV-Debatte. Foto: AFP

Las Vegas. Im US-Wahlkampf steht TV-Duell Nummer drei an. Der Politologe Aaron Kall von der Universität Michigan hat sich auf diese Auseinandersetzungen spezialisiert. Im Gespräch sagt Kall, was er den Kandidaten raten würde. Die letzte Fernsehdebatte dieses Wahlkampfes ist in der Nacht zu Donnerstag (3 Uhr) in Las Vegas. Gewählt wird am 8. November.

Herr Kall, wenn Sie Donald Trump Tipps geben müssten, wie sähen die aus?

Trump war in der zweiten Debatte viel besser als in der ersten. Er war einfach vorbereitet. Er sollte angriffslustig bleiben, aber einen laserscharfen Fokus auf Clintons Schwächen haben - ihre E-Mails, mögliche Korruption - und die lange zurückliegenden Skandale der Clintons vermeiden. Die Wähler schauen lieber nach vorne. Trump hat angesichts der Umfragen nichts zu verlieren. Er sollte es aber nicht überreißen. Eine solide Performance könnte seinem Wahlkampf gut tun.

Was sollte Clinton tun?

Sie will vermutlich auf einem sicheren Pfad Richtung Wahlsieg gleiten, aber ich fand sie schon in der zweiten Debatte zu risikoscheu. Sie hat Trump einfach zu viel durchgehen lassen. Sie muss sich nicht auf jede Auseinandersetzung einlassen, sollte sich aber ein paar Punkte herauspicken, wo sie ihn aus seiner ständigen Offensive herausholt. Außerdem braucht sie mal ein paar frische Ideen und richtige Kracher. Die meisten ihrer Sprüche sind mittlerweile abgenutzt.

Wie groß ist der mögliche Einfluss dieser dritten Debatte?

In dieser letzten Debatte können die Kandidaten nochmals ganz klar ihren Punkt machen, auch wenn die Zuschauerzahlen vor Wahlen von Debatte zu Debatte abnehmen. Nicht mehr viele, aber einige Wähler sind noch unentschieden. Wenn die Kandidaten also noch irgendwelche knackigen Ideen oder eine neue Agenda haben, sollten sie sie in dieser Nacht auf den Tisch packen - oder bis zur Wahl schweigen. Die Uhr tickt.

Zur Person: Aaron Kall ist Politikwissenschaftler an der Universität Michigan. Er ist Autor zahlreicher Analysen und einiger Bücher, in denen er sich mit den Debatten vieler US-Präsidentschaftskandidaten befasst hat.


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