Clinton gegen Trump US-Präsidentenwahl: Drittes TV-Duell in Las Vegas

Duell drei, Ring frei: Clinton und Trump in letztem TV-Duell. Foto: dpaDuell drei, Ring frei: Clinton und Trump in letztem TV-Duell. Foto: dpa

Las Vegas. Verbrannte Erde - ist das die Strategie, die Trump jetzt fährt? Drei Wochen vor der Wahl steht er im dritten TV-Duell seiner Konkurrentin zum letzten Mal direkt gegenüber. Die letzte Fernsehdebatte dieses Wahlkampfes ist in der Nacht zu Donnerstag (3 Uhr) in Las Vegas. Gewählt wird am 8. November.

Dritte Runde des Duells Donald Trump gegen Hillary Clinton. Man kann TV-Auseinandersetzungen nicht wirklich gewinnen, man darf sie nur nicht verlieren - diese ungeschriebene Regel gilt auch für das letzte Aufeinandertreffen in Las Vegas. Was ist von diesen neuen 90 Minuten zu erwarten? Die Situation könnte kaum aufgeheizter sein.

Wie ist die Lage vor Duell Nummer drei?

Man kann es kaum anders bezeichnen: Im Angesicht einer drohenden Niederlage schlägt Trump wie wild um sich. Alle maßgeblichen Umfragen sehen Clinton vorne, landesweit zwischen vier und sogar zehn Punkten, in vielen besonders umkämpften Staaten ebenso. Niederlagen kann Trump nicht ertragen. Denn: „Donald Trump verliert nie.“

Welche Strategie wird Trump verfolgen?

Schwer angeschlagen von Vorwürfen sexueller Belästigung und mehr als schlüpfrigen Kommentaren, ist Trump schier außer Rand und Band. Statt in einer Wahl zu kandidieren, die eh manipuliert sei, gehöre seine Konkurrentin angeklagt und ins Gefängnis. Es ist gut möglich, dass Trump seiner neu an den Tag gelegten Brutalität und Aggressivität auch in Debatte drei folgen wird. Vielleicht bringt er auch alte Vorwürfe gegen Bill Clinton zur Sprache, um seiner Konkurrentin zu schaden.

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Wie ernst ist das das Thema Wahlbetrug zu nehmen?

Sehr, weil die Konsequenzen erheblich sein können. Trump fährt eine heftige Kampagne, in der er eine mögliche Niederlage einer Verschwörung gegen ihn zuschreibt. Internationale Kräfte, die Medien, ein System Clinton und anderes seien schuld. Das ist brandgefährlich. Trump macht eine demokratische Wahl illegitim, und er vertieft die Spaltung eines von diesem Wahlkampf bereits zermürbten Landes.

Geht Trumps Strategie auf?

Ja, glaubt man ersten Umfragen. In einer Politico-Umfrage halten es satte 41 Prozent für möglich, dass Trump die Wahl gestohlen werde. Bei den republikanischen Wählern hält sogar eine Mehrheit von 73 Prozent Wahlbetrug in großem Stil für möglich. Das US-Portal Vox nennt Trumps Strategie einen Anschlag auf den demokratischen Prozess.

Welche Rolle kommt Clinton in Las Vegas zu?

Eigentlich könnte die Demokratin - wie ihr Konkurrent steht sie diesmal wieder hinter einem Pult - gelassen aus einer Position der Stärke heraus argumentieren. Tut sie aber nicht. Sie ist beschwert durch immer neue Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform Wikileaks. Immer neue E-Mails aus ihrem innersten Kreis lassen Clinton in keinem guten Licht dastehen. Nach Lage der Umfragen kann sie nur wenig Kapital aus den Vorwürfen sexueller Belästigung ziehen, die Trump gemacht werden: In einer Erhebung der „Washington Post“ sagen 64 Prozent, die Berichte würden ihr Wahlverhalten nicht ändern.

Wie sind die Duelle eins und zwei ausgegangen?

Das erste TV-Duell (New York) entschied Clinton klar für sich, Trump verlor nach ordentlichem Beginn die Kontrolle. Debatte zwei (Missouri) wird wegen der sehr persönlichen Angriffe und des extrem niedrigen Niveaus der Auseinandersetzung als ein Tiefpunkt in der politischen Kultur der USA bewertet. Es endete in einer Art tristem Unentschieden zweier schwer beschädigter Bewerber.

Welche Bedeutung hat die dritte Debatte insgesamt?

Das ist nicht ganz klar. Der Wahlkampf ist zurzeit so lärmig, dass einzelne Ereignisse kaum noch herausragen. Sehr viele Wähler sind in ihrer Meinung nun festgelegt. Andererseits kann ein kompletter Ausfall, eine neue Erkrankung oder ein schwerer Anschlag die Situation immer wieder von Grund auf ändern. Die erste Debatte war die wichtigste. Sollte Debatte drei ähnlich laufen wie die ersten beiden, wird sich an der Ausgangslage nicht viel ändern - aber für Überraschungen war dieser Wahlkampf ja schon mehrfach gut.


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