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87 Prozent votieren für Freispruch 6,88 Millionen sahen „Terror – Ihr Urteil“ im Ersten

Von Dirk Fisser

Ex-Innenminister Gerhard Baum zeigte sich sichtlich erregt nach dem deutlichen Urteil der TV-Zuschauer. Screenshot: NOZEx-Innenminister Gerhard Baum zeigte sich sichtlich erregt nach dem deutlichen Urteil der TV-Zuschauer. Screenshot: NOZ

Osnabrück. Mit dem Gerichtsdrama „Terror – Ihr Urteil“ lag die ARD am Montagabend goldrichtig: 6,88 Millionen Zuschauer verfolgten ab 20.15 Uhr den Film, in dem die Zuschauer über Schuld oder Unschuld des Angeklagten entscheiden konnten.

87 Prozent der Zuschauer beim Fernsehexperiment „Terror – Ihr Urteil“ in der ARD haben am Montagabend für einen Freispruch des Kampfpiloten gestimmt. Der hatte in einem fiktiven Szenario ein Passagierflugzeug mit 164 Menschen an Bord abgeschossen, um Zehntausende Besucher in der Münchner Allianz-Arena zu retten. Nur 13 Prozent votierten für schuldig.

Für Unmut sorgte vor allem die Abstimmung im Netz. Die Server waren nach wenigen Momenten bereits überlastet. Viele Zuschauer konnten nicht abstimmen. Zudem gab es Kritik daran, dass die Telefonnummern nur kurz eingeblendet waren.

Ähnlich deutlich wie in Deutschland fielen auch die Ergebnisse in Österreich und der Schweiz aus. Ex-Innenminister Gerhart Baum (FDP) zeigte sich entsetzt. Die Zuschauer seien verleitet worden, so der Politiker in einer ersten Reaktion. Das Stück habe sich zu sehr auf das Schicksal des Piloten konzentriert. Zuvor hatte Baum bereits kritisiert, dass die ARD quasi über das Grundgesetz abstimmen lasse. Der 83-Jährige war sichtlich erregt und ließ sich kaum beruhigen. (Weiterlesen: TV-Ereignis „Terror - Ihr Urteil“)

Besonders den früheren Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CSU) ging Baum hart an. Jung hatte zu seiner Amtszeit nach einem entsprechenden Urteil des Bundesverfassungsgerichtes erklärt, trotz Verbots, den Abschuss einer entführten Maschine anzuordnen. Auch am Montagabend verteidigte er diese Auffassung und berief sich dabei auf den „übergesetzlichen Notstand“.

Bei Theateraufführungen war die Entscheidung im Übrigen weniger deutlich. In Lingen beispielsweise stimmten 181 Zuschauer für Freispruch, 137votierten für schuldig. (Weiterlesen: Publikum in Lingen vor schwerer Entscheidung)

Das alternative Ende des Films kann auf der Seite der ARD nachgeschaut werden. (Hier klicken)


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