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Suizide im Knast Wenn Gefangene sich das Leben nehmen

Von dpa

Immer wieder nehmen sich Gefangene wie hier in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig das Leben. Foto: dpaImmer wieder nehmen sich Gefangene wie hier in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Leipzig das Leben. Foto: dpa

Leipzig. Dutzende Häftlinge begehen jedes Jahr in deutschen Gefängnissen Suizid - meist in den ersten zwei Wochen, oft aber auch nur Stunden nach der Festnahme. Der bekannteste Fall war der Selbstmord der RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe 1977 im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stammheim. Ein Überblick über einige Fälle:

12. Oktober: Der terrorverdächtige Syrer Dschaber al-Bakr erhängt sich in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Leipzig.

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August 2016, Ravensburg: Nach einer Familientragödie mit drei Toten erhängt sich der mutmaßliche Täter in der Zelle. Der 53-Jährige soll seine Ehefrau und zwei Stieftöchter umgebracht haben.

Mai 2014, Berlin: Der zu lebenslanger Haft verurteilte „Briefkasten-Bomber“ wird erhängt in seiner Zelle gefunden. 2008 hatte er seine Nichte mit einem Sprengsatz schwer verletzt. Der Anschlag galt eigentlich ihren Eltern.

Juli 2007, Bayreuth: Ein Fernfahrer, der mehrere Prostituierte in Spanien und Frankreich ermordet haben soll, erhängt sich in seiner Zelle - kurz vor Beginn seines Prozesses.

September 2005, Frankfurt: Ein der Korruption verdächtiger Ikea-Manager erhängt sich mit einem Hosengürtel in der U-Haft. Die Todesumstände lösten eine politische Debatte über die Sicherheit in Gefängnissen aus.

September 1999, Bochum: Ein früherer Oberstadtdirektor und Manager erhängt sich mit einem Bettlaken am Fensterkreuz seiner Einzelzelle. Gegen ihn wurde wegen Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ermittelt.

Oktober 1977, Stuttgart: Die RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe nehmen sich im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses Stammheim das Leben. Gesinnungsgenossen waren mit dem Versuch gescheitert, sie durch die Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer freizupressen. Schleyer wurde daraufhin ermordet. Ulrike Meinhof hatte sich im Mai 1976 nach Konflikten in der Gruppe als erste in der Zelle erhängt.