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30.09.2016, 18:03 Uhr zuletzt aktualisiert vor KLIMASCHUTZ

EU macht Weg für Klimavertrag frei: Ausnahmsweise mal einig

Kommentar von Marion Trimborn

Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes von Vattenfall in Jänschwalde (Brandenburg). Beim Klimaschutz will die EU Vorrater sein und hat den Weltklimavertrag ratifiziert. Foto: dpaKühltürme des Braunkohlekraftwerkes von Vattenfall in Jänschwalde (Brandenburg). Beim Klimaschutz will die EU Vorrater sein und hat den Weltklimavertrag ratifiziert. Foto: dpa

Osnabrück. Europa will wieder Vorreiter beim Klimaschutz sein. Deshalb haben sich die 28 EU-Staaten auf die Ratifizierung des Weltklimavertrags geeinigt. Doch die Umsetzung ist alles andere als einfach. Ein Kommentar

Man mag es kaum glauben: Die ständig zerstrittene EU ist sich mal einig. Anders als in der Flüchtlingskrise haben sich die EU-Staaten beim Klimaschutz an ihren Anspruch erinnert, Vorreiter zu sein, und dem Weltklimavertrag zugestimmt . Das ist insofern ein wichtiger Schritt, weil das historische Abkommen, das im vergangenen Dezember in Paris ausgehandelt wurde, noch dieses Jahr in Kraft treten kann.

Allerdings gibt es einige Haken. Die 28 Staaten haben zwar das Ziel akzeptiert, bis zum Jahr 2030 die Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren - wie sie das Ziel erreichen wollen, ist aber offen.

Und da liegen die Positionen noch weit auseinander. Polen und Italien wollen weniger tun als gedacht. So kalkuliert Polen, das 85 Prozent seiner Energie aus Kohlekraft gewinnt, damit, dass erst mal die anderen ihre Schadstoffe reduzieren. Brüssel muss jetzt nationale Ziele festlegen, was noch für jede Menge Streit sorgen dürfte.

Klar ist auch, dass die EU mit den derzeitigen Maßnahmen glatt das Ziel verfehlt, den Temperaturanstieg auf der Erde auf 1,5 Prozent zu begrenzen. Es muss noch mehr passieren - auch in Deutschland, die unvollständige Energiewende alleine reicht nicht. Ohne weitergehende Beschlüsse wird es nicht gehen. Das könnten dann auch etwa auch strengere EU-Vorgaben für neue Autos sein.


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