Watsch`n im Wirtshaus Hasselfeldt: Ich habe einen Grapscher geohrfeigt

Von Beate Tenfelde

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt rät zu Gegenwehr. Foto:dpaCSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt rät zu Gegenwehr. Foto:dpa

Berlin. Die CSU-Politikerin Gerda Hasselfeldt rät Frauen bei Fällen von Sexismus, sich umgehenden zur Wehr zu setzen. „Die sofortige Reaktion ist ausschlaggebend“, sagte Hasselfeldt gestern in Berlin mit Blick auf die aktuelle Sexismus-Debatte in der Hauptstadt-CDU.

Sie selbst habe als junge Frau im Gasthaus der Eltern mitgeholfen und auch bedient. „Da habe ich einem angetrunkenen Stammgast mal links und rechts eine Ohrfeige gegeben, weil er mich unsittlich angefasst hat“, erinnerte sich die Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Bundestag. Die Watsch’n habe dauerhaft gewirkt.

Mit Blick auf die von einer Berliner CDU-Politikerin erhobenen Vorwürfe gegen Unions-Mitglieder befürwortete Hasselfeldt eine Diskussion über Sexismus. Das sei aber eine Debatte, die nicht auf einzelne Parteien oder die Politik begrenzt werden dürfe. „Sondern das ist eine Diskussion, die sich durchaus auch eignet für die Gesellschaft insgesamt.“ Die Union sieht die CSU-Politikerin trotz der aktuellen Vorwürfe allerdings nicht in der Pflicht, sich diese Debatte „in besonderer Weise zu eigen“ zu machen. Dies sei „überzogen“, sagte die CSU-Landesgruppenchefin.Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, erklärte, die Angelegenheit betreffe die CDU Berlin.

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) ermunterte betroffene Frauen, das Thema offen anzusprechen. Die Berliner Kommunalpolitikerin Jenna Behrends hatte zuvor einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie ihrer Partei Sexismus und Verleumdungen vorwirft. Der von ihr in diesem Zusammenhang genannte CDU-Landeschef Frank Henkel habe sich inzwischen zu einem Gespräch bereit erklärt.

„Geschichten wie diese bekomme ich immer wieder geschildert“, sagte unterdessen der Generalsekretär der Bundes-CDU, Peter Tauber. Er unterstützte eine Debatte über Sexismus. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuvor Tauber selbst in den oFkus gerückt und aus einem E-Mail-Austausch Taubers mit männlichen Parteifreunden aus dem Jahr 2012 zitiert, in dem es um die Neubesetzung des Postens der Vorsitzenden der Frauen-Union geht. In Antworten auf eine E-Mail Taubers wird einer möglichen Kandidatin bescheinigt: „Rein optisch wäre sie ein Gewinn.“Tauber distanzierte sich laut „SZ“ davon nicht.


0 Kommentare