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Vorfall in Bielefeld Wirt schmeißt Nikab-Trägerin aus Lokal und erntet Shitstorm

Eine Frau mit Nikab, ein Gesichtsschleier, der das Gesicht bis auf einen Sehschlitz verdeckt. Foto: AFPEine Frau mit Nikab, ein Gesichtsschleier, der das Gesicht bis auf einen Sehschlitz verdeckt. Foto: AFP

Osnabrück. Ein Bielefelder Wirt hat eine Nikab-Trägerin aus seiner Gaststätte verwiesen. Dafür erntet er nun einen Shitstorm im Netz – es gibt aber auch Kunden, die sich hinter ihn stellen.

„Liebe Freunde, wenn ihr Euch über die vielen negativen Bewertungen seit gestern wundert (Google und FB): ich bin gestern mit einer Muslima aneinandergeraten und habe dadurch wohl jetzt einen Shitstorm an der Backe!“, schrieb der Wirt einer Bielefelder Gaststätte am Wochenende auf die Facebook-Seite des Lokals. Wie die „Neue Westfälische“ berichtet, habe er eine Frau, die eine Nikab trug – ein Gesichtsschleier, der das Gesicht bis auf einen Sehschlitz verdeckt – gebeten, ihr Gesicht zu zeigen. Das hätte diese aber abgelehnt. Daraufhin musste sie gehen. „Mein Haus, meine Regeln“, zitiert die „Neue Westfälische“ den Wirt.

Shitstorm gegen Wirt

Der Vorfall sprach sich anschließend herum. Auf der Facebook-Seite des Restaurants brach ein Shitstorm gegen den Wirt los, dem viele Nutzer rassistisches und diskriminierendes Verhalten vorwerfen. „Schämen Sie sich eigentlich nicht?! ,Mit einer Muslima aneinander geraten‘. Es gibt einen Großen Unterschied ob Sie die Damen ganz lieb und freundlich auf die ‚‘Hausordnung‘‘ hinweisen, oder ob Sie die Damen hasserfüllt, mit Handbewegungen als ob Sie Vieh verjagen [würden], aus dem Haus schmeißen!!!“, schreibt ein Facebook-User. Die Kommentare sind aber nicht das einzige Problem, mit dem das Restaurant nun zu kämpfen hat. Viele Internet-Nutzer machen ihren Ärger über den Vorfall damit Luft, indem sie das Lokal auf verschiedenen Plattformen negativ bewerten.

Viel Zuspruch

Doch es gibt auch andere Stimmen: Von zahlreichen Personen erhält der Wirt Zuspruch. Sie verteidigen ihn gegen den Vorwurf, rassistisch gehandelt zu haben. „Lass Dich nicht unterkriegen. Ihr seid tolle freundliche und vor allem tolerante Menschen und absolut nicht rassistisch oder Ähnliches“, betont unter anderem ein Nutzer. Andere wiederum verweisen auf das Hausrecht, von dem der Wirt Gebrauch gemacht habe. Nach deutschem Recht kann ein Wirt entscheiden, wer die Gaststätte betreten darf und wer nicht. Die Auswahl darf aber nicht willkürlich oder diskriminierend sein.

Wirt zeigt sich gerührt

Andere Nutzer betonen, es sei voreilig, jemanden, den man nicht kenne, als Rassisten zu diskriminieren. Die Personen, die ihn schon lange Zeit kennen würden, könnten bestätigen, dass der Wirt keineswegs ausländerfeindlich sei, betonen viele Nutzer. Als Beleg dazu wird unter anderem angeführt, dass er viele ausländische Mitarbeiter eingestellt habe.

Der Wirt zeigt sich gerührt von dem Zuspruch. „Ey Leute – ihr seid der Hammer! Ich sitze hier und habe ganz rote Ohren vom vielen Lob und den tollen Bewertungen. Danke, danke, danke. Meine Familie und meine Mitarbeiter aus vielen Nationen bedanken sich ebenfalls bei Euch“, schrieb er auf der Facebook-Seite der Gaststätte.


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