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12.09.2016, 16:19 Uhr zuletzt aktualisiert vor KOMMENTAR NACH ERKRÄNKUNG

Clintons Gesundheit als Politikum: Ist sie noch die Richtige?

Von Marion Trimborn


Die US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, hat Gesundheitsprobleme. Foto: AFPDie US-Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, hat Gesundheitsprobleme. Foto: AFP

Osnabrück. Schlechte Nachrichten für Hillary Clinton. Sie hat eine Lungenentzündung und muss im US-Wahlkampf um das Präsidentenamt pausieren. Das schmälert ihre Chancen - und stellt die Frage, ob sie gar aufgeben muss. Ein Kommentar.

Krankheit ist in der Politik eine Schwäche. Deshalb verbarg schon Willy Brandt seinen Herzinfarkt, deshalb war Kanzlerin Angela Merkel gleich nach ihrem Skiunfall wieder im Dienst. Politiker haben stark und unermüdlich zu sein. Und jetzt das: Im US-Wahlkampf sackt Kandidatin Hillary Clinton weg, das Video geht über alle Kanäle. Im Endspurt 58 Tage vor der Wahl gibt das ihrem Rivalen von den Republikanern Donald Trump neue Munition.

Der hat immer wieder angedeutet, Clinton sei dem Präsidentenamt gesundheitlich nicht gewachsen, ein Blutgerinnsel von 2012 habe Folgen hinterlassen. Ist die 68-Jährige wirklich ernsthaft krank? Jetzt hat Clinton eine Lungenentzündung. Es ist nicht nur das, was ihre Kandidatur in Gefahr bringt. Es ist auch ihr Umgang damit. Clinton hat ihre Erkrankung erst drei Tage nach der Diagnose eingestanden. Das stärkt Vorwürfe, die Kandidatin sei nicht glaubwürdig.

Alles ist zuletzt schief gelaufen : die E-Mail-Affäre, die äußert fragwürdige Clinton-Stiftung - über die sich die Clintons wohl selbst Boni gezahlt haben - aber auch ihre pauschale Verunglimpfung der Trump-Anhänger als Rassisten und Sexisten.

Es steht die Frage im Raum, ob Clinton vorzeitig aufgibt. Das wäre in der Geschichte einmalig. Ersatzmann könnte der amtierende Vizepräsident Joe Biden werden.. Was kann Clinton nun tun, um Vertrauen zurückzugewinnen? Sie muss ihre komplette Gesundheitsakte offenlegen. Dasselbe gilt übrigens für den 70 Jahre alten Trump genauso.


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