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11.09.2016, 16:01 Uhr zuletzt aktualisiert vor ENDLICH FRIEDEN?

Waffenruhe in Syrien: Nur eine Hoffnung

Kommentar von Marion Trimborn

Syrische Männer in Aleppo. Von Montag an soll in Syrien eine Waffenruhe gelten. Foto: dpaSyrische Männer in Aleppo. Von Montag an soll in Syrien eine Waffenruhe gelten. Foto: dpa

Osnabrück. Seit fünf Jahren tobt ein Bürgerkrieg in Syrien. Nun haben die USA und Russland einen Waffenstillstand ab Montag vereinbart. Doch es gibt einige Hindernisse auf dem Weg zu einem Frieden. Ein Kommentar.

Manch einer sah Syrien zuletzt auf dem Weg in einen neuen Dreißigjährigen Krieg. Es geht längst nicht mehr um einen lokal begrenzten Bürgerkrieg. Auf syrischem Territorium kämpfen inzwischen immer mehr Akteure mit völlig unterschiedlichen Interessen. Vorne weg die Großmächte, die geopolitische und strategische Ziele verfolgen, aber auch die Türkei, Iran, Jordanien und Saudi-Arabien sind darin verwickelt. Russland hält den Herrscher Assad an der Macht, während die USA die Gegner Assads unterstützen.

Dass beide Großmächte nun eine Waffenruhe vereinbart haben, gibt Hoffnung. Vielleicht geht der Krieg mit rund 300 000 Toten und etwa fünf Millionen Syrern auf der Flucht nun doch zu Ende, vielleicht werden die radikalen Islamisten doch vernichtend geschlagen.

Allerdings: Ein Waffenstillstand vom Februar wurde nie vollständig eingehalten. Warum sollte das diesmal anders sein? Es wird davon abhängen, ob die USA wirklich die von ihnen unterstützten Rebellen dazu bringen, die Waffen schweigen zu lassen - und ob Russland das mit Assad und seinen Anhängern ebenfalls schafft. Dafür müssten die Rebellen ihr taktisches Bündnis mit dem Al-Kaida-Ableger, der Al-Nusra-Front, aufgeben - obwohl das Gebietsverluste bedeuten könnte. Bis zu einem wahren Frieden ist es daher noch ein weiter Weg.

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