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07.09.2016, 18:09 Uhr zuletzt aktualisiert vor KINDER AUF DER FLUCHT

Das ist erschreckend

Von Marion Trimborn


Laut UN-Kinderhilfswerk sind Millionen Kinder und Jugendliche entwurzelt und auf der Flucht. Foto: epdLaut UN-Kinderhilfswerk sind Millionen Kinder und Jugendliche entwurzelt und auf der Flucht. Foto: epd

Osnabrück. Das Kinderhilfswerk Unicef registriert immer mehr Kinder und Jugendliche, die weltweit auf der Flucht sind. Sie verlassen ihre Heimat wegen Krieg und Krisen. Hilfsorganisationen fordern mehr Entwicklungshilfe- doch das alleine hilft nicht. Ein Kommentar.

Die Zahlen sind bedrückend: Weltweit sind Millionen Kinder auf der Flucht. I mmer mehr davon sind laut UN-Kinderhilfswerk alleine unterwegs. Wie kann das sein?

Oft fliehen Kinder und Jugendliche vor ihren eigenen Eltern, weil diese sie zwangsverheiraten wollen oder ihnen nicht das Schulgeld zahlen können. Andere Familien wollen ihrem Nachwuchs ein besseres Leben bieten und schicken sie alleine auf die Reise. Manchmal werden die Kinder aber auch auf der Flucht von ihren Eltern getrennt. Sie laufen vor Krieg, Terror und diktatorischen Regierungen davon. Was kann ein Land wie Deutschland da tun?

Reflexartig fordern Hilfsorganisationen von der Bundesregierung, mehr Entwicklungshilfe zu leisten - vor allem in Afrika. Doch nur Entwicklungshilfe wird das Problem nicht lösen. Die Erfahrung zeigt, dass die Armut auf dem schwarzen Kontinent dadurch nicht weniger geworden ist. Wenn Entwicklungshilfe diktatorische Machthaber dafür belohnt, ihre eigenen Bürger Richtung Europa zu verjagen, macht sie keinen Sinn. Sie darf Menschen nicht davon abhalten, Korruption zu bekämpfen und Eigeninitiative zu zeigen.

Die Bundesregierung sollte deshalb bei der Entwicklungshilfe zielgerichtet agieren und die Allerärmsten der Welt bedenken. Dazu gehören vor allem Kinder und Jugendliche, die in großer Not und alleine gelassen sind.


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