Kanzlerin muss nach hinten Nur Zufall? Lammert rügt Merkel im Bundestag

Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel geht, gefolgt vom Unions-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Volker Kauder, durch den Plenarsaal des Bundestags. Sie hatte einen Tadel wegen Schwatzens erhalten. Foto:dpaDie Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel geht, gefolgt vom Unions-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Volker Kauder, durch den Plenarsaal des Bundestags. Sie hatte einen Tadel wegen Schwatzens erhalten. Foto:dpa

Berlin. Wachsende Unruhe in CDU und CSU nach dem AfD-Erfolg bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern – jetzt rief Bundestagspräsident Norbert Lammert Angela Merkel (beide CDU) im Bundestag zur Ordnung und schickte die Kanzlerin in die hinteren Reihen. Lag es nur daran, dass sie schwatzte? Oder war es eine gezielte Düpierung?

Frisch vom G-20-Gipfel aus China zurückgekehrt, hatte die CDU-Vorsitzende Merkel mit Volker Kauder, dem Vorsitzenden der Unionsfraktion, den Kopf zusammengesteckt. Eine Weile ließ es Lammert laufen, dann wurden die beiden ermahnt, ihr Gespräch in den hinteren Reihen fortzuführen. Ein Foto liefert den Beweis: Die Zwei reagierten sofort. Beschämt lächelnd – wie zwei erwischte Schüler – strebt Merkel gefolgt von Kauder durch den Plenarsaal Richtung Hinterbänke.

Nicht das erste Mal

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass der Bundestagspräsident in diese Richtung die Bitte um mehr Ruhe sandte. Schon im Juli 2015 erteilte Lammert der Kanzlerin einen Tadel wegen Schwatzhaftigkeit. „Frau Bundeskanzlerin, das muss sich auch anderswo erledigen lassen“, fuhr der Parlamentspräsident verärgert dazwischen, als sich Angela Merkel mit SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann in den ersten Reihen zu laut unterhielt, statt die Redebeiträge der anderen aufmerksam zu verfolgen.

Wohl kein Statement

Generell lässt die Disziplin während der Parlamentssitzungen zu wünschen übrig. Dass sich Abgeordnete im Bundestag unterhalten, telefonieren oder durch den Saal gehen, ist nicht neu. Und Merkel ist da keine Ausnahme. Im Betragen sei sie nicht so gut gewesen, „weil ich so gernegeschwatzt habe“, hatte die CDU-Chefin schon vor sechs Jahren einmal bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises zugegeben. Sie betonte damals, sie finde Noten für das Verhalten gut. Das allgemeine Verhalten sei wichtig, erklärte sie. Das findet Bundestagspräsident Lammert offenbar auch – eine Spitze gegen Merkels zunehmend umstrittene Politik oder Anspielung auf ihre geschwächte Position lässt sich daraus eher nicht ableiten.


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