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Umfrage des Beamtenbundes Deutsche wollen „starken Staat“

Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt stellte eine Umfrage vor, wonach sich die Bundesbürger einen „starken Staat“ wünschen. Foto: dpaDer dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt stellte eine Umfrage vor, wonach sich die Bundesbürger einen „starken Staat“ wünschen. Foto: dpa

Berlin. Die Bundesbürger wollen einen „starken Staat“. Das geht aus einer Befragung des Instituts forsa im Auftrag des Beamtenbundes dbb hervor. Der Bund sollte für Schule und Polizei zuständig sein, für Strafvollzug, Steuern und Finanzen, erklären 72 Prozent der Befragten . 2007 waren dies nur 66 Prozent gewesen.

.Nach der in Berlin vorgestellten Umfrage sagen 61 Prozent der Befragten auch, dass sich die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern bewährt habe. Zwei von drei Befragten wollen auch an der Zahl von 16 Ländern festhalten. Dass der Bun

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Ruf nach starkem Staat - Ansprüche und Skepsis der Deutschen

Schutz und optimale Dienstleistungen - das erwarten die Menschen in Deutschland vom Staat. Generell fremdeln die wenigsten mit dessen Einrichtungen und Vertretern - aber es gibt viele Unterschiede, wie eine neue forsa-Umfrage im Auftrag des Beamtenbundes dbb zeigt.

Wie sehen einzelne Bevölkerungsgruppen die Rolle des Staates?

Mit 72 Prozent befürworten die allermeisten Bundesbürger einen starken Staat in Zeiten der Globalisierung - nur 13 Prozent sagen, der Markt werde alles richten. Doch unter den Jüngeren bis 29 Jahren und den Selbstständigen vertrauen mit jeweils 18 Prozent etwas mehr dem Markt. Arbeiter, Beamte und Ältere setzen besonders stark auf den Staat. Schulen, Kliniken, die Polizei, Kindergärten und die Müllabfuhr finden fast alle Bürger wichtig, mit deutlichem Abstand gefolgt von Stadtverwaltungen, Bundes- und Landesministerien.

Gilt die Zustimmung zum Staat uneingeschränkt?

Nein. Fast zwei von drei Bürgern kritisieren zuviel Bürokratie. Noch jeder Dritte findet, der öffentliche Dienst koste zuviel - dieser Wert sank in den vergangenen Jahren deutlich. Der dbb-Vorsitzende Klaus Dauderstädt meint, es komme darauf an, „wie der Staat antritt“.

Welche Berufe stehen hoch im Kurs?

Das sind seit Jahren Feuerwehrleute, Ärzte, Pfleger, Erzieher und Polizisten. Gewinner gegenüber der ersten Erhebung 2007 sind Angehörige der Müllabfuhr, Briefträger, aber auch Beamte und Lehrer. Verlierer sind Steuerberater, Manager, Bankangestellte und Anwälte.

Welche Besonderheit gibt es bei Beamten?

Sie wurden bereits in den vergangenen Jahren überwiegend als kompetent, hilfsbereit und unbestechlich eingeschätzt - nun sogar in noch gestiegenem Maß. Stur, arrogant oder ungerecht finden große, aber schrumpfende Minderheiten die Beamten. Beamten und Angehörige des öffentlichen Diensts wie Polizisten, Richter oder Lehrer genießen zwar hohes Ansehen - aber nicht, wenn nach „Beamten“ generell gefragt wird. Dann werden sie nur von jedem Dritten hoch geschätzt.

Wie wirken sich Einstellungen von AfD-Anhängern hier aus?

Fast alle Berufe büßen im Vergleich zu den Umfragen der vergangenen Jahre etwas an Ansehen ein. Das hängt wohl damit zusammen, dass die meisten Berufe bei den rund zehn Prozent AfD-Anhängern unterdurchschnittlich angesehen sind. Besonders gehasst und verachtet würden von ihnen aber Politiker und Journalisten, sagt forsa-Chef Manfred Güllner. Nur 11 bzw. 15 Prozent sagen, sie hätten von ihnen eine gute Meinung - in der Gesamtbevölkerung sind das immerhin 24 bzw. 44 Prozent.

Sind die Menschen mit dem föderalen Staatsaufbau zufrieden?

Die meisten im Prinzip schon. Mehr als zwei von drei Bürger halten die Zahl von 16 Ländern für gut, die anderen hätten lieber weniger. Die Gewaltenteilung zwischen Bund und Ländern halten 61 Prozent für bewährt - mit Werten zwischen 50 und 55 Prozent sind besonders Ostdeutsche, Über-60-Jährige und AfD-Anhänger skeptischer.

Sollen die Länder eine starke Rolle spielen?

Das finden die meisten nicht - selbst typische Länder-Bereiche wie Schulen und Hochschulen oder Polizei sehen nur ein Fünftel bis ein Viertel der Bürger dort in optimalen Händen. Über oder rund 60 Prozent fänden es auch richtig, wenn der Bund für das Pass- und Meldewesen, den Schienenverkehr, die Steuer- und Finanzpolitik und die Beamtenbesoldung zuständig wäre.

Wie bewertet die Bundesregierung die Ergebnisse?

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) freut sich über den überwiegend guten Ruf der Beamten und Beschäftigten des öffentlichen Diensts und das Vertrauen in staatliches Handeln. Dies sei besonders in einer Zeit wichtig, in der viele Menschen angesichts von Anschlägen verunsichert seien.

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