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17.08.2016, 17:41 Uhr GESUNDHEITSREFORM GEFORDERT

Lasten in der Krankenversicherung fair teilen


Die Ausgaben der Krankenkassen steigen. Nun sollen auch die Arbeitgeber sich wieder stärker an der Finanzierung beteiligen, fordert die SPD. Foto: dpaDie Ausgaben der Krankenkassen steigen. Nun sollen auch die Arbeitgeber sich wieder stärker an der Finanzierung beteiligen, fordert die SPD. Foto: dpa

uwe Osnabrück . Die SPD will die Arbeitgeber wieder stärker an der Finanzierung der steigenden Krankenkassen-Kosten beteiligen und hat dafür gute Argumente. Ein Kommentar.

Was ist gerecht? Wie sieht eine faire Lastenteilung in der gesetzlichen Krankenversicherung aus? Sicherlich nicht so, wie es derzeit läuft. Denn aktuell zahlen die Arbeitnehmer die Zusatzbeiträge alleine. Kostensteigerungen im Gesundheitswesen bleiben ausschließlich bei ihnen hängen.

Jahrzehntelang war das anders, zahlten Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge zu gleichen Teilen. Um die Arbeitskosten in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit zu senken, wurde die Regel 2005 aufgehoben. Jetzt, da der Arbeitsmarkt brummt, besteht die Möglichkeit, zur paritätischen Finanzierung zurückzukehren .

Dass die Arbeitgeber ihrerseits hohe Beiträge in die Sozialkassen zahlen, ist unbestritten. Allerdings ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall streng genommen kein Element der Sozialversicherung, sondern eine in den 1950er Jahren erstrittene tarifpolitische Leistung.

Doch was soll dieser Streit? Wichtiger ist die Frage, ob Verbesserungen auch bezahlbar sind. Bei der Antwort hilft ein Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Und der zeigt: Die Wirtschaft floriert, deutsche Produkte sind weltweit gefragt, die Zahl der Erwerbstätigen steigt – und dies, obwohl die durchschnittlichen Arbeitskosten mit 32,70 Euro pro Stunde hierzulande relativ hoch sind.


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