Metalldetektoren haben ausgedient Bund und Länder kaufen neue Sicherheitsscanner für Flughäfen

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Vor dem Flieger wartet die Sicherheitskontrolle. Hier sollen nun flächendeckend moderne Sicherheitsscanner eingesetzt werden. Ein entsprechender Vertrag mit einem Hersteller über 100 Millionen Euro haben Bund und Länder abgeschlossen. Foto: dpaVor dem Flieger wartet die Sicherheitskontrolle. Hier sollen nun flächendeckend moderne Sicherheitsscanner eingesetzt werden. Ein entsprechender Vertrag mit einem Hersteller über 100 Millionen Euro haben Bund und Länder abgeschlossen. Foto: dpa

Osnabrück. Klassische Metalldetektoren werden an deutschen Flughäfen nach und nach durch modernere Sicherheitsscanner ersetzt. Nach Recherchen unserer Redaktion haben Bund und Länder dazu einen entsprechenden Vertrag mit einem Hersteller über den Gesamtwert von 101 Millionen Euro abgeschlossen.

Die Geräte können nach Angaben des Bundesinnenministeriums nicht nur Metalle, sondern beispielsweise auch Flüssigkeiten und Sprengstoffe am Körper des Passagiers erkennen. Dies sei „ein deutlicher Sicherheitsgewinn“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Teilweise schon im Einsatz

Im Einsatz sind Geräte mit solchen Fähigkeiten bereits an den beiden Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld – allerdings von einem anderen Hersteller. Laut Bundespolizei gilt dies auch für die Airports Hamburg, Frankfurt, Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart. Mit dem neuen Rahmenvertrag soll die Ausstattung an diesen Standorten erweitert werden, zudem sollen auch die übrigen Flughäfen mit den Sicherheitsscannern ausgerüstet werden. Als Zeitfenster nennt das Ministerium „mittelfristig“.

Gürtel muss weiter abgenommen werden

Testweise waren die neuen Geräte zuletzt in Hannover im Einsatz. Der Passagier stellt sich dabei zwischen zwei Wände und wird per Mikrowellentechnik gescannt. Die Arme muss er nur noch anwinkeln, nicht mehr anheben, wie bei anderen Geräten. Dem Sicherheitspersonal würden Ergebnisse in Form eines neutralen Piktogramms angezeigt, so das Ministerium. Bei Auffälligkeiten könnten gezielter als bisher die betroffenen Körperregionen untersucht werden. Gürtel oder Uhren müssten allerdings nach wie vor im Vorfeld der Kontrolle abgelegt werden.

Die Sprengstoffkontrollen sind seit dem 1. September 2015 in der Europäischen Union Pflicht. Die neuen Scanner kombinieren Sprengstoffkontrolle und Metalldetektor in einem Gerät. Die Anschaffungskosten werden laut Innenministerium von Bund und Ländern vorfinanziert, sollen dann aber über die Luftsicherheitsgebühren wieder hereingeholt werden.

Neue Scanner auf für Gepäck

Parallel zu den neuen Scannern für die Kontrolle der Passagiere sollen bis 2020 an sämtlichen deutschen Flughäfen neue Geräte für die Überprüfung von aufgegebenem Gepäck angeschafft werden. Hintergrund sind laut Ministerium auch hier neue Vorgaben seitens der EU, was das Aufspüren von Sprengstoffen im Gepäck angeht.


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