Osnabrücker Friedensgespräche Steinmeier in Osnabrück: Westfälischer Friede als Vorbild

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In der restlos gefüllten Aula der Osnabrücker Universität sprach Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Dienstag über die Parallelen des Dreißigjährigen Krieges zum Syrien-Konflikt. Foto: Hermann PentermannIn der restlos gefüllten Aula der Osnabrücker Universität sprach Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Dienstag über die Parallelen des Dreißigjährigen Krieges zum Syrien-Konflikt. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Bei den Osnabrücker Friedensgesprächen hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Dienstagabend den Bürgerkrieg in Syrien mit dem Dreißigjährigen Krieg verglichen. Er plädierte dafür, den Westfälischen Frieden als Vorbild für eine Lösung des Konfliktes zu nehmen.

Seit fünf Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien, mehr als 350000 Menschen sind in diesem blutigen Konflikt bislang gestorben. Außenminister Frank-Walter Steinmeier erinnern die Auseinandersetzungen an einen anderen Krieg, der vor fast 400 Jahren Europa erschütterte. (Weiterlesen: Steinmeier im Interview: Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg)

Viele Parallelen

Bei den Osnabrücker Friedensgesprächen verglich der 60-Jährige am Dienstagabend „die syrische Tragödie, ja, diese Welle von Gewalt, die die ganze Region des Nahen und Mittleren Ostens erfasst hat“, mit dem Dreißigjährigen Krieg. Die Parallelelen seien offenkundig, so der Außenminister: „Eine scheinbar begrenzte Aufstandsbewegung gegen den Herrscher löst eine Kaskade von Konflikten aus. Aufstrebende und etablierte Regionalmächte nutzen die Lage: Sie kämpfen um die Hegemonie, getrieben gleichermaßen von Machtstreben wie von Angst vor Einkreisung oder Unterlegenheit.“

Vorbild für die Lösung des Syrien-Konflikts

In der Stadt des Westfälischen Friedens plädierte Steinmeier dafür, das Vertragswerk, das den Dreißigjährigen Krieg beendete, als Vorbild für eine mögliche Lösung des syrischen Konfliktes in den Blick zu nehmen. „Der Westfälische Friede bietet uns, wenn wir genau genug hinschauen, Instrumente, Methoden und Ideen. Die müssen wir erkennen, herausarbeiten, verfeinern und dann für die aktuelle Diplomatie nutzen“, sagte Steinmeier in der restlos gefüllten Aula der Osnabrücker Universität. Mit seinen bedachten Äußerungen erntete er mehrfach den Applaus der Zuhörer.

Die Regelungen von 1648 hätten trotz mühsamer Verhandlungen gleich mehrere Konfliktlagen gelöst: Sie schufen die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben der Konfessionen und ordneten die innerstaatliche Machtbalance neu, indem Souveränitätsrechte der Herrscher eingeschränkt wurde. Dies seien allesamt Streitpunkte, um die es auch im syrischen Bürgerkrieg gehe, so der Außenminister.

Mut machen

Angesichts der langen Zeit, die der Bürgerkrieg schon tobt, könne der Westfälische Friede durchaus auch ermutigen. „Damals hat es Jahre gedauert, bis der Kongress zu Ergebnissen kam. Und währenddessen schwiegen keinesfalls die Waffen; im Gegenteil versuchten die Beteiligten permanent, die Verhandlungen durch Geländegewinne an der Front zu beeinflussen,“ so Steinmeier. Damals hat es Jahre gedauert, bis der Kongress zu Ergebnissen kam. Und während dessen schwiegen keinesfalls die Waffen; im Gegenteil versuchten die Beteiligten permanent, die Verhandlungen durch Geländegewinne an der Front zu beeinflussen.“


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