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12.07.2016, 18:55 Uhr KAUM ZUTRAUEN IN POLITIKER

Was die Ängste der Deutschen mit der AfD zu tun haben

Kommentar von Dirk Fisser

Zwei Bundespolizisten patrouillieren in Berlin auf dem Flughafen in Tegel. Die Angst vor Terroranschlägen treibt viele Deutsche um Foto: dpaZwei Bundespolizisten patrouillieren in Berlin auf dem Flughafen in Tegel. Die Angst vor Terroranschlägen treibt viele Deutsche um Foto: dpa

Osnabrück. Terror, Extremismus, Spannungen durch Zuwanderung, überforderte Politiker, Euro-Schuldenkrise - das sind die aktuellen Top Fünf im Ängste-Ranking der Deutschen. Es hilft alles nichts, wir müssen mit der Angst leben lernen!

Angst an sich ist eine gute Sache. Sorgt sie doch dafür, dass Menschen gefährliche Situationen meiden. Zu viel Angst oder gar Panik aber schadet, weil sie irrationale Entscheidungen auslöst, die möglicherweise zu einer noch größeren Bedrohung führen. In diesem Sinne sind die Ergebnisse der Angststudie beunruhigend. Die Angst der Deutschen war seit Beginn der Erhebung in den 90ern noch nie so ausgeprägt wie jetzt. Zugleich traut die Mehrheit der Befragten den Politikern nicht zu, die angstauslösenden Probleme in den Griff zu bekommen. Was für ein Misstrauensvotum!

Es kommt aber keineswegs überraschend, gehen die Zweifel an der bisherigen Politik und ihrer Fähigkeit, Probleme zu lösen, doch einher mit dem Aufstieg der selbst ernannten Alternative für Deutschland. Die AfD nimmt sich der Angst an und münzt sie in Wählerstimmen um – unabhängig davon, ob ihre Lösungsansätze nun realistisch sind oder nicht. Ihre rückwärtsgewandte Programmatik verspricht in unruhigen Zeiten Stabilität.

Doch das ist ein falsches Versprechen, egal wer es gibt. Die Gesellschaft muss lernen, mit ihren Ängsten umzugehen. Dies gilt besonders beim vermeintlich allgegenwärtigen Terror, der dieses Jahrhundert bislang beherrscht wie die Angst vor Krieg das vergangene. Jener wird auf lange Zeit ein steter Begleiter bleiben.


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