Vor Nato-Gipfel Bundeswehrverband fordert Aufstockung des Wehretats

Von Marion Trimborn

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands Andre Wüstner fordert mehr Geld für die Truppe. Foto: dpaDer Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbands Andre Wüstner fordert mehr Geld für die Truppe. Foto: dpa

Osnabrück. Die Nato will mehr Truppen im Osten stationieren. Damit steigen auch die Anforderungen an die Bundeswehr. Die Truppe könne diese Aufgaben nicht mehr erfüllen, warnt der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes André Wüstner.

Der Deutsche Bundeswehrverband fordert eine Aufstockung des Verteidigungshaushaltes, damit die Bundeswehr ihre Aufgaben innerhalb der Nato erfüllen kann. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte der Bundesvorsitzende des Bundeswehrverbands André Wüstner: „Nach momentanen Planungen reicht das Geld nicht.“ Der Verteidigungsetat wird nach einem am Donnerstag (6.7.2016) vorgelegten Entwurf des Bundesfinanzministeriums 2017 um 1,7 Milliarden auf rund 36,6 Milliarden Euro angehoben.

Wüstner forderte, spätestens ab 2018 müsse der Etat nochmal um mindestens zwei Milliarden Euro aufgestockt werden. „Gelingt das nicht, wird zu entscheiden sein, welche NATO-Verpflichtung wir nicht mehr sicherstellen können und welche militärische Fähigkeit es aufzugeben gilt“, sagte der Vorsitzende. „Beides wäre unverantwortlich.“

Insgesamt sei die Bundeswehr in ihrer schwierigsten Lage seit 1990. „Da die Anforderungen an die Bundeswehr nahezu quartalsweise steigen, ist das Auffüllen im Bereich Ausrüstung, Munition, Ersatzteile oder auch im personellen Bereich so elementar“, sagte Wüstner. „Gelingt das nicht in den nächsten Jahren, wird die Bundeswehr nachhaltig Schaden nehmen.“