Reform Sexualstrafrecht Weißer Ring erwartet abschreckende Wirkung

Von Marion Trimborn

Demonstranten fordern in Berlin eine Änderung des Sexualstrafrechts. Nun berät der Bundestag darüber. Foto:  imago/Christian MangDemonstranten fordern in Berlin eine Änderung des Sexualstrafrechts. Nun berät der Bundestag darüber. Foto: imago/Christian Mang

Osnabrück. Das Sexualstrafrecht soll den Opfern künftig mehr Rechte geben. Ein einfaches „Nein“ soll ausreichen, um einen Täter bestrafen zu können. Der Weiße Ring erwartet davon eine abschreckende Wirkung.

Die Opferorganisation Weißer Ring erwartet von der geplanten Reform des Sexualstrafrechts eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte die Bundesvorsitzende des Weißen Rings , Roswitha Müller-Piepenkötter: „Die Reform ist ein Signal und eine Warnung an Männer: So geht es nicht.“ Bislang seien zu viele Fälle strafrechtlich kaum erfasst worden, etwa sexuelle Übergriffe in der Öffentlichkeit, auf Volksfesten oder in Menschenansammlungen. „Jetzt ist klar, dass Busengrapschen natürlich eine sexuelle Belästigung und ein Straftatbestand ist – und nicht nur eine Beleidigung“, betonte die Verbandsvorsitzende. „Da wird sich manch einer überlegen, was er tut.“

Weißer Ring fordert mehr Polizisten

Müller-Piepenkötter rechnet damit, dass es künftig weniger sexuelle Attacken aus der Gruppe heraus wie in der Kölner Silvesternacht geben wird. Dafür sei aber auch mehr Polizeieinsatz bei öffentlichen Festen nötig. Die ehemalige CDU-Justizministerin in Nordrhein-Westfalen sagte: „Es muss genügend Polizei da sein, damit Täter entdeckt und verfolgt werden können. Es ist gut, dass künftig ein Täter aus einer Gruppe heraus bestraft werden kann, auch wenn im Einzelfall nicht festzustellen ist, wo der jetzt hingegriffen hat.“ Zudem zeige sich, dass etwa in Köln weniger passiere, seitdem an den Wochenenden am Hauptbahnhof immer eine Hundertschaft Polizisten im Einsatz sei.

Abstimmung im Bundestag

Der Bundestag stimmt an diesem Donnerstag über die Reform ab, die den Opfern von Sexualstraftaten mehr Rechte geben soll. Sie sieht unter anderem neue Tatbestände zum aufdringlichen Grapschen und zu sexuellen Attacken aus einer Gruppe heraus vor.

Die Bundesvorsitzende der Opferorganisation Weißer Ring, Roswitha Müller-Piepenkötter.