SPD: Dreiste Flucht von Farage Trittin nennt Ukip-Chef „Brexit-Brandstifter“

Als „Brexit-Brandstifter“ muss sich Nigel Farage kritisieren lassen.Der Wortführer für einen Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) hatte zuvor in London erklärt, er wolle „sein Leben zurückhaben“.Foto:AFPAls „Brexit-Brandstifter“ muss sich Nigel Farage kritisieren lassen.Der Wortführer für einen Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) hatte zuvor in London erklärt, er wolle „sein Leben zurückhaben“.Foto:AFP

Osnabrück. SPD-Außenexperte Niels Annen hat den Rücktritt des Chefs der rechtspopulistischen britischen Ukip-Partei, Nigel Farage, als „dreiste Flucht vor der eigenen Verantwortung“ verurteilt.

„Der nächste Hasardeur schlägt sich in die Büsche“, sagte Annen unserer Redaktion. Mit seinem Rückzug sichere sich Farage zusammen mit den Konservativen Boris Johnson und David Cameron „einen Platz als gescheiterte und rückgratlose Politikergeneration in den Geschichtsbüchern Großbritanniens“. Alle drei Politiker seien für die existenzielle Krise des Vereinigten Königreichs verantwortlich, erklärte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Konsequenterweise sollte Farage jetzt auch sein Mandat als Europaabgeordneter niederlegen.

Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat den Rücktritt des Chefs der rechtspopulistischen Ukip-Partei als Ausdruck „elitärer Verachtung“ kritisiert. „Mit Farage drückt sich bereits der zweite Brexit-Brandstifter vor den anstehenden Aufräumarbeiten“, sagte Trittin unserer Redaktion. Wie zuvor der Konservative Boris Johnson habe der Rechtspopulist offenkundig nie an das Nein der Briten zur EU geglaubt. Jetzt ließen beide die Wähler im Stich, statt das umzusetzen, wofür sie von ihnen beauftragt wurden. „Man weiß nicht, worüber man mehr den Kopf schütteln soll: die Verlogenheit ihrer Austrittskampagne oder den Zynismus, wonach alles so nicht gemeint war“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete.

„Es ist richtig„

Nigel Farage, der Wortführer für einen Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) hatte zuvor in London erklärt, er wolle „sein Leben zurückhaben“. Er habe politisch alles erreicht, was er sich vorgenommen habe, sagte Farage mit Blick auf den Brexit-Sieg beim EU-Referendum am 23. Juni. „Es ist richtig, wenn ich jetzt beiseite trete.“ „Ohne Ukip hätte es kein Referendum gegeben“, meinte der Europaabgeordnete Farage, der seit Jahrzehnten für den EU-Austritt Großbritanniens kämpft.

Farages Rückzug ist die zweite große Überraschung nach dem Referendum. Erst vor wenigen Tagen hatte der Konservative und Brexit-Befürworter Johnson seinen Verzicht auf eine Kandidatur für das Amt des Premierministers angekündigt. Unterdessen gehen in Großbritannien Tausende auf die Straße, die gegen den Brexit protestieren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN