Gewalt gegen Flüchtlinge Weißer Ring fordert mehr Therapien für Flüchtlinge

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Drei Skinheads nehmen in Hagen an einem Neonazi-Aufmarsch teil . Wegen des Anstiegs rechter Gewalt gegen Flüchtlinge fordert der Weiße Ring mehr Therapiemöglichkeiten für Flüchtlinge. Foto: dpaDrei Skinheads nehmen in Hagen an einem Neonazi-Aufmarsch teil . Wegen des Anstiegs rechter Gewalt gegen Flüchtlinge fordert der Weiße Ring mehr Therapiemöglichkeiten für Flüchtlinge. Foto: dpa

Osnabrück. Die Zahl der Übergriffe auf Flüchtlingsheime in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr verfünffacht. Die Opferorganisation Weißer Ring fordert mehr Therapiemöglichkeiten für Flüchtlinge.

Angesichts der zunehmenden Gewalt gegen Flüchtlinge in Deutschland hat die Opferorganisation Weißer Ring mehr Therapien für traumatisierte Flüchtlinge gefordert. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte die Bundesvorsitzende Roswitha Müller-Piepenkötter: „Wenn Flüchtlinge, die aus Kriegsgebieten hierher kommen, erneut angegriffen werden, ist es die Aufgabe des Bundesamtes es für Migration, eine psychotherapeutische Versorgung sicher zu stellen. Das passiert viel zu selten.“ In Deutschland fehle es an ausgebildeten Trauma-Therapeuten. Der Grund dafür sei, dass die Ärzte- und Psychotherapeuten-Kammern zu strenge Zulassungsbedingungen aufstellten und es zu wenige Ausbildungsmöglichkeiten gebe. Ergebnis sei ein Mangel an Therapeuten: „Die können bei weitem nicht den Bedarf abdecken.“ Zahlen nannte die Vorsitzende nicht. Der Bund unterschätze das Problem der Therapie für Flüchtlinge: „Es wird der Eindruck erweckt, als ob der Bedarf gar nicht so hoch wäre“, kritisierte Müller-Piepenkötter. Auch für andere Kriminalitäts-Opfer, vor allem Gewaltopfer, fehlten Therapeuten.

Deutlich mehr Angriffe gegen Flüchtlingsunterkünfte

Nach dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Verfassungsschutzbericht ist die fremdenfeindlich motivierte Gewalt in Deutschland im vergangenen Jahr dramatisch angestiegen. Es wurden alleine 894 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte verübt - mehr als fünf Mal so viele wie im Vorjahr. Der Verfassungsschutz beklagt in dem Bericht die „zunehmende Anschlussfähigkeit“ des Rechtsextremismus zur Mitte der Gesellschaft. Vor dem Hintergrund der Ankunft von mehr als einer Million Flüchtlinge habe sich eine „Anti-Asyl-Agitation“ entwickelt, die sich vor allem in „enthemmter Hetze im Internet“ zeige.Im Zuge der Flüchtlingskrise konnte die rechtsextremistische Szene deutlich mehr Anhänger und Sympathisanten für ihre Kundgebungen mobilisieren als in den vergangenen Jahren.


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