Sicherheit im Fußball NRW-Minister Jäger: Bundesliga soll Fan-Züge mitbezahlen

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Will die Polizei entlasten und die deutschen Fußballverbände bei Fan-Zügen finanziell in die Pflicht nehmen: Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD). Foto: dpaWill die Polizei entlasten und die deutschen Fußballverbände bei Fan-Zügen finanziell in die Pflicht nehmen: Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD). Foto: dpa

Osnabrück. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat von den Fußballverbänden finanzielle Hilfe für die Einsätze länderübergreifender Fan-Sonderzüge verlangt. Das sagte Jäger in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

In dem Gespräch mit unserer Redaktion bezeichnete Jäger eine Beteiligung des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) als „einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit im Fan-Reiseverkehr“. NRW habe bereits gute Erfahrungen mit einem entsprechenden Pilotprojekt gemacht. Der Minister kündigte an, die gewünschte Unterstützung bei der an diesem Mittwoch beginnenden Innenministerkonferenz im saarländischen Mettlach-Orscholz anzusprechen.

Jäger: Liga verfügt über finanziellen Spielraum

Der SPD-Politiker betonte, mit den frisch ausgehandelten Fernsehverträgen verfüge die Liga über den erforderlichen finanziellen Spielraum, um ihrer Mitverantwortung für die Sicherheit des Spielbetriebs gerecht zu werden. Es könne nicht sein, dass der Aufwand für den Reiseverkehr allein auf den Steuerzahler abgewälzt werde. Angesichts der Belastung der Polizei sei es zudem dringend geboten, jede mögliche Entlastung zu prüfen. Die Deutsche Fußball-Liga erhält ab 2017 für vier Jahre die Rekordsumme von 4,64 Milliarden Euro.

Aufwand verringern

Bislang müssten die Fans einzelne Regionalverbindungen mühsam aneinanderreihen, bis sie die Austragungsorte erreichen, sagte Jäger. Mit mehr Sonderzügen solle sich das ändern. So sei es am Ende möglich, den mit Fußball verbundenen Aufwand der Polizei zu verringern. Einsätze im Zusammenhang mit Fußballspielen binden enorme Kräfte, hieß es aus dme nordrhein-westfälischen Innenministerium. Bei den Einsatzhundertschaften (Bereitschaftspolizei) entfällt rund ein Drittel der gesamten Einsatzzeit auf diesen Bereich.

Nicht-Fußballfans weniger stören

Zudem würden Fahrgäste, die keinen Fußball-Bezug hätten, durch den erhöhten Einsatz von Fan-Zügen weniger gestört werden, sagte Jäger. Er sehe bei allen Beteiligten eine „grundsätzliche Bereitschaft, die Ausweitung der Sonderzüge bundesweit zu etablieren“, so Jäger.

NRW setzt weiter auf Fan-Betreuer

Jetzt gehe es darum, die Umsetzung zu finanzieren. NRW setzt daneben weiterhin auf die Begleitung der reisenden Fußballanhänger durch Fan-Betreuer der Vereine. Das trage ebenfalls zu mehr Sicherheit bei. „Sie sind nah dran an der Fan-Szene und verfügen über die notwendige Glaubwürdigkeit, um in bestimmten Situationen dazwischen- zugehen“, sagte Jäger.


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