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13.06.2016, 20:03 Uhr ENTSETZEN IN LINGEN

Attacke aus dem Hinterhalt auf Flüchtlinge

Ein Kommentar von Mike Röser


Die Flüchtlingsunterkunft am Langschmidtsweg in Lingen. Ein 21-jähriger Mann soll aus einem benachbarten Haus auf zwei Flüchtlinge, ein Mann und ein fünfjähriges Mädchen, mit einem Luftgewehr geschossen haben. Foto: Wilfried RoggendorfDie Flüchtlingsunterkunft am Langschmidtsweg in Lingen. Ein 21-jähriger Mann soll aus einem benachbarten Haus auf zwei Flüchtlinge, ein Mann und ein fünfjähriges Mädchen, mit einem Luftgewehr geschossen haben. Foto: Wilfried Roggendorf

Lingen. Entsetzen herrscht in Lingen, nachdem ein Mann auf ein spielendes Kind und einen 18-Jährigen geschossen hat. Es ist ein Anschlag auf Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, weil sie Sicherheit und Geborgenheit suchen.

Es ist aber auch ein Anschlag auf die in der Stadt Lingen bislang vorbildlich gelebte Willkommenskultur. Größte Anstrengungen hat es dort in den vergangenen Monaten gegeben – nicht nur, um Flüchtlingen würdige Unterkünfte zu bieten.

Ausgerechnet an einer solchen kam es zu dieser hinterhältigen Attacke eines Täters, der offensichtlich der rechten Szene zuzuordnen ist. Das zeigt: Auch wenn die Behörden bislang stets nur von einzelnen Personen in dieser Szene im Landkreis sprachen, sind diese in ihrer Gefährlichkeit ernst zu nehmen. Polizei und Staatsschutz sind gefragter denn je, den Fokus auf jene mit rechtsradikaler Gesinnung zu setzen, damit sich solch eine Tat nicht wiederholt.

Polizei und Staatsanwaltschaft müssen mit aller Härte des Gesetzes gegen den Täter vorgehen – auf Grundlage eben jener Gesetze. Dazu gehört der für viele Bürger unverständliche Umstand, dass der Mann nach den polizeilichen Maßnahmen freigelassen wurde, die Ermittlungen aber andauern. Die Wege des Rechtsstaates dürfen auch in einem solchen Moment nicht verlassen oder auch nur abgekürzt werden.


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