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10.06.2016, 18:22 Uhr NACH TERRORANSCHLÄGEN

EU verschärft Waffenrecht: Ziel verfehlt

Ein Kommentar von Marion Trimborn


Eine Kaliber 9 mm Pistole, Patronen und eine Waffenbesitzkarte. Die EU will das Waffenrecht verschärfen. Foto: dpaEine Kaliber 9 mm Pistole, Patronen und eine Waffenbesitzkarte. Die EU will das Waffenrecht verschärfen. Foto: dpa

Osnabrück. Nach den Terroranschlägen von Paris müssen Waffenbesitzer in Europa mit härteren Auflagen rechnen. Das trifft Sportschützen und Jäger - dürfte aber kaum eine Tat verhindern.

Es ist ein Reflex: Nach jedem Terroranschlag und Amoklauf werden strengere Waffengesetze verlangt. Prompt reagiert die EU auf die Anschläge von Paris. Je mehr Gesetze, desto weniger kann passieren? Diese Gleichung funktioniert beim Waffenrecht nicht.

Es ist ein Trugschluss, Attentätern das Handwerk legen zu können, indem man ausgerechnet die Besitzer legaler Waffen drangsaliert. Denn nur für die gelten die neuen Regeln. Kriminelle besorgen sich ihre Waffen sowieso im „Darknet“, dem Teil des Internets, der auch für die Sicherheitsbehörden kaum zugänglich ist. Oder kaufen die Kalaschnikows auf dem Schwarzmarkt in den Balkanstaaten und Osteuropa. So machten es auch die Terroristen von Paris. Sportschützen und Jäger sind die falsche Zielgruppe. Oder glaubt jemand, Terroristen legen die Waffensachkundeprüfung ab und treten in einen Schützenverein ein? Die Statistik zeigt: Der Anteil legaler Waffen an Straftaten liegt bei etwa zwei Prozent, ist also verschwindend gering.

In der EU macht sich der Trend breit, private Freiheitsrechte unter dem Vorwand der Sicherheit massiv zu beschränken. Auch Modellflieger sind seit neuestem im Fadenkreuz der EU. Das alles bewirkt in der Sache nichts, macht die EU aber zum Bürokratiemonster, das schließlich keiner mehr will.


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