Bild aus Münster gepostet IS-Anhänger twittern Fotos – und verraten sich damit

Dieses Bild twitterte ein IS-Anhänger in Münster. Screenshot: NOZ/Twitter/ArtWendeleyDieses Bild twitterte ein IS-Anhänger in Münster. Screenshot: NOZ/Twitter/ArtWendeley

Osnabrück. Anhänger des IS wollten der Terrormiliz auf Twitter ihre Unterstützung bekunden. Dieser Schuss ging aber nach hinten los. Netzaktivisten konnten mehrere Aufnahmeorte der Sympathisanten ermitteln – darunter unter anderem auch Münster.

In Anbetracht einer angekündigten Audiobotschaft des IS-Sprechers Abu Mohammed al-Adnani twitterten mehrere Hundert Anhänger der Terrormiliz am Samstag Fotos mit auf Arabisch verfassten Botschaften, um dem IS ihre Unterstützung zu bekunden.

Anhand dieser Posts haben nun aber Netzaktivisten die Aufenthaltsorte der Sympathisanten herausgefunden. Einige Tweets stammten aus Saudi-Arabien, andere aus Ländern in Afrika. Es befinden sich aber auch Städte aus Deutschland, Frankreich und England darunter.

Nach Bekanntwerden der Posts bat der Journalist Eliot Higgins die Internetnutzer um Hilfe, ihm bei der Lokalisierung der IS-Anhänger zu unterstützen.

Tweet in Münster abgesetzt

Der erste Sympathisant, dessen Standort aufflog, hatte seinen Tweet in Münster abgesetzt. Auf dem Foto, das er postete, stehen neben einer Botschaft in arabischer Sprache auch die Begriffe „Deutschland“ sowie „Münster“ – im Hintergrund sieht man eine Litfaßsäule. Mittels einer im Internet verfügbaren Karte aller Litfaßsäulen konnte Higgins den Standort eingrenzen. Wie seine Recherchen weiter ergaben, wurde das Foto in der Nähe des Bundessprachenamtes aufgenommen. Ein zweiter Internetnutzer kam später zu demselben Ergebnis.

Leichtsinnige Fotos

Weitere IS-Anhänger konnten unter anderem in London und Paris ermittelt werden. In der französischen Hauptstadt ging der Sympathisant besonders leichtsinnig vor. Er twitterte ein Foto, das er aus seiner Wohnung heraus aufgenommen hatte. Auf dem Bild zu sehen sind unter anderem ein Lokal und ein Werbeschild. Die Posts könnten ein juristisches Nachspiel haben. Das Werben für den IS ist in weiten Teilen Europas verboten – darunter auch in Deutschland.


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