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23.05.2016, 18:12 Uhr zuletzt aktualisiert vor AFD TRIFFT MUSLIME

AfD-Chefin Petry bricht Gespräch mit Muslimen ab - Wie arrogant

Kommentar von Marion Trimborn

Das Gespräch zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime wurde nach rund einer Stunde ohne Annäherung abgebrochen. Foto: epdDas Gespräch zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime wurde nach rund einer Stunde ohne Annäherung abgebrochen. Foto: epd

Osnabrück. Bei dem Treffen zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime zeigt sich rasch die Unvereinbarkeit der Positionen. Nach nur einer Stunde ist das Gespräch vorbei. Die AfD legte Arroganz an den Tag.

Das ist einfach nur daneben. Da treffen sich AfD-Chefin Petry und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Mazyek nach wochenlangen öffentlichen Vorwürfen endlich persönlich. Und schaffen es noch nicht einmal, die Grundregeln des Anstands und der Demokratie einzuhalten. Dazu gehört, ein Gespräch zu Ende zu führen und nicht einfach aufzustehen und zu gehen. Wer als politischer Gegner nicht einer Meinung ist, der kann zumindest als Ergebnis eines Gesprächs festhalten, dass es Unterschiede gibt. Miteinander zu reden, ist die Voraussetzung für Demokratie.

Die AfD legt eine bemerkenswerte Arroganz an den Tag. Pauschal eine ganze Religion, den Islam, zu diskreditieren, ist dumm und falsch. Platter geht es kaum noch. Sicher sind beim Islam Fragen erlaubt, etwa nach der Rolle der Frau, dem Verhältnis zur Gewalt und der Scharia.

Aber auch die Forderung der Muslime, die AfD müsse ihr Parteiprogramm ändern, geht zu weit. Eine Partei hat die Freiheit, ihr eigenes Programm zu entwerfen, solange es innerhalb der Grenzen des Rechtsstaates ist. Keine Minarette in Deutschland zu wollen und gegen das Schächten zu sein, ist eine Meinung - und verstößt nicht gegen das Grundgesetz. Vergleiche zwischen AfD und NSDAP gehen deshalb zu weit. Die beiden Kontrahenten gehören erneut an den Tisch. Die Kontrahenten gehören erneut an den Tisch. Zumal die AfD von ihrem Lieblingsthema Islam nicht lassen wird. Es garantiert maximale Aufmerksamkeit und kittet Widersprüche in der Partei.


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