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12.05.2016, 17:36 Uhr zuletzt aktualisiert vor NATO UND RUSSLAND

Nato baut Raketenabwehr aus - Unnötige Provokation

Von Marion Trimborn


Die Nato hat in Rumänien ein neues US-Raketenabwehrsystem in Betrieb genommen und verärgert damit Russland. Foto: dpaDie Nato hat in Rumänien ein neues US-Raketenabwehrsystem in Betrieb genommen und verärgert damit Russland. Foto: dpa

Osnabrück. Die Raketenabwehr der Nato in Osteuropa verärgert Russland. Moskau sieht darin eine Bedrohung für Russlands Sicherheit. Die Expansion der Nato steht für unnötige Provokation.

Muss das sein? Mit viel Tamtam nimmt die Nato ein neues US-Raketenabwehrsystem an ihrer Ostflanke in Betrieb. Und beteuert, dass das alles so rein gar nichts mit Russland zu tun hat. Das ist glatt gelogen. Das Raketensystem jetzt wirklich zu bauen, geschieht auf Wunsch der baltischen Staaten und Polens, die sich von Russland bedroht fühlen. Und die USA wollen Härte zeigen. Prompt kündigt Moskau eine Verstärkung seiner Militärkapazitäten an.

Die Nato sollte auf verbale Aufrüstung und Propaganda verzichten. Das Militärbündnis der Europäer muss Scharfmacher unter den US-Generälen, die Russland das Fürchten lehren wollen, in die Schranken verweisen. Viel wird vom neuen US-Präsidenten abhängen, der im Herbst gewählt wird.

Für Europa ist eine Balance zwischen den USA und einem militärisch erstarkten Russland nur gut. Einer Umfrage zufolge lehnt die Mehrheit der Deutschen eine aggressive Politik gegen Russland ab. Natürlich hat Moskau mit der Annexion der Krim und im Ukraine-Konflikt Vertrauen im Westen zerstört. Doch dass Präsident Putin weiter eine expansive Politik betreiben wird, ist derzeit nicht zu erwarten. Das alles führt nur zu einem sinnlosen und teuren Wettrüsten der Supermächte. Und wo soll das enden - etwa in einem neuen Kalten Krieg?


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