Islam nicht mit Grundgesetz vereinbar AfD-Chef Meuthen warnt vor „schleichender Islamisierung“

Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der Partei Alternative für Deutschland (AfD), warnt in einem Interview vor „schleichender Islamisierung“. Foto: Christoph Schmidt/dpaJörg Meuthen, Bundesvorsitzender der Partei Alternative für Deutschland (AfD), warnt in einem Interview vor „schleichender Islamisierung“. Foto: Christoph Schmidt/dpa

kna Frankfurt. Die AfD hält wenige Tage vor ihrem Parteitag an einem islamkritischen Kurs fest. „Es gibt ja schon eine schleichende Islamisierung durch die Bevölkerungsentwicklung“, sagte der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen in einem Interview der „FAZ“.

Damit male er „nicht den Teufel an die Wand“, sondern „ich rechne nur nüchtern, wenn ich mir die Zahlenentwicklungen anschaue und in die nahe Zukunft weiterrechne.“ Er wolle aber keine Islamisierung. „Ich will, dass auch für meine Enkel hier zu Hause noch das Geläut der Kirchenglocken das geistliche Geräusch ist, das sie hören, und nicht der Ruf des Muezzins.“

Islam nicht mit Grundgesetz vereinbar

Meuthen beschrieb den Islam als besonders gefährlich: „Dem Islam wohnt als Religion eine Gefahr inne, die andere Religionen so nicht haben.“ Nur sehr wenige Muslime seien Terroristen, aber nahezu aller Terrorismus jüngeren Datums habe einen islamischen Hintergrund.

Meuthen und der stellvertretende Bundesvorsitzende Alexander Gauland, der ebenfalls an dem Interview teilnahm, bekräftigten die Haltung der stellvertretenden AfD-Vorsitzenden Beatrix von Storch, dass der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Meuthen sagte: „Was die politisierte Form des Islam angeht, ist das sicher so.“

Islam ist „politische Religion“

Gauland sagte zu den Äußerungen von Storchs: „Ja, da hat sie recht. Der Islam ist eine politische Religion. Als solche ist sie aus vielen Gründen, die man in der Scharia nachlesen kann, nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.“ Das habe aber nichts damit zu tun, dass es viele muslimische Gläubige gebe, die Deutsche seien und die ihren Glauben in einem Land mit Religionsfreiheit ausüben könnten. Gläubige Muslime könnten ihre Religion privat ausüben, ohne dass der politische Überbau eine Rolle spiele. Auch Meuthen sagte: „Muslime müssen ihren Glauben auch in Deutschland leben können.“

Verbot von Minaretten

Am kommenden Wochenende will die AfD ihr Grundsatzprogramm verabschieden. Dabei soll der Islam als Religion als unvereinbar mit der freiheitlichen Verfassung beschrieben werden. Laut von Storch will die Partei unter anderem Minarette und Muezzin-Rufe verbieten. Religionsvertreter äußerten sich dazu skeptisch; zuletzt übte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki am Wochenende scharfe Kritik.


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