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17.03.2016, 17:06 Uhr SPIRALE DER GEWALT

Die Türkei und die Kurden: Unheilvolle Aussichten

Ein Kommentar von Franziska Kückmann


Türkische Polizei vor dem deutschen Konsulat in Istanbul: Aus Angst vor Anschlägen blieben deutsche Vertretungen geschlossen. Foto: dpaTürkische Polizei vor dem deutschen Konsulat in Istanbul: Aus Angst vor Anschlägen blieben deutsche Vertretungen geschlossen. Foto: dpa

Osnabrück. Trotz der angespannten Sicherheitslage in der Türkei wird Ankara den harten Kurs gegen die Kurden nicht aufgeben – zu groß ist die Angst vor mehr kurdischer Autonomie. Der Vorstoß syrischer Kurden, die eine Selbstverwaltung ausgerufen haben, bestärkt diese Furcht.

Dass die Bundesregierung aus Angst vor Anschlägen deutsche Vertretungen und Schulen in der Türkei geschlossen hat, zeigt die angespannte Sicherheitslage im Land am Bosporus. Nach den jüngsten Attacken in Ankara und Istanbul liegen die Nerven blank. Zurecht ist Vorsicht geboten: nicht nur bei Touristen, auch bei offiziellen deutschen Einrichtungen. Sicherheit geht vor.

Spirale der Gewalt

An der Alarmbereitschaft wird zugleich deutlich, in welcher bedrohlichen Spirale der Gewalt sich der Nato-Partner Türkei befindet. Der Konflikt mit den Kurden destabilisiert das Land: Auch zum Anschlag in Ankara vor wenigen Tagen bekannte sich nun eine Miliz aus diesem Milieu. Die perfiden Angriffe inmitten des Alltags türkischer Großstädte sind die Quittung für den Krieg, den Ankara gegen die Kurden im Südosten des Landes und in Nordsyrien führt.

Die Furcht wächst

Die Türkei bringt sich damit in eine immer unbequemere Situation. Ganz offensichtlich schwindet das Vertrauen der internationalen Partner in die öffentliche Sicherheit – so lässt sich die Schließung deutscher Einrichtungen zweifellos verstehen. Doch den harten Kurs gegen die Kurden wird Ankara nicht aufgeben, viel zu groß ist die Angst vor mehr kurdischer Autonomie. Dass syrische Kurden nun eine Selbstverwaltung ausgerufen haben, bestärkt diese Furcht nur noch mehr. Welch unheilvolle Aussichten.


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