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15.03.2016, 17:03 Uhr FRIEDENSVERHANDLUNGEN IN GENF

Russlands Rückzug aus Syrien: Veränderte Vorzeichen

Ein Kommentar von Franziska Kückmann


Zurück aus Syrien: ein russischer Kampfjet. Foto: Imago/Itar-TassZurück aus Syrien: ein russischer Kampfjet. Foto: Imago/Itar-Tass

Osnabrück. Kremlchef Wladimir Putin ist immer für einen unerwarteten Schachzug gut. Nichts anderes ist der Teilrückzug der russischen Truppen aus Syrien: Plötzlich finden die Friedensgespräche in Genf unter veränderten Vorzeichen statt.

So signalisiert Moskau die Bereitschaft, der Diplomatie Vorrang zu geben – und Putin behält sich trotzdem vor, das militärische Engagement wieder zu intensivieren, sollte er dies für notwendig erachten. Zugleich steigt der Druck auf Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Unterstützt durch die russische Offensive hatte er erst kürzlich fantasiert, das ganze Land zurückerobern zu wollen. Putin macht nun deutlich, dass er sich keineswegs von Assad für dessen militärischen Größenwahn vor den Karren spannen lässt. Moskaus Ziele waren andere – und die hat Putin tatsächlich erst einmal erreicht.

Auf Augenhöhe

Zum einen ist es ihm gelungen, Assads Position so zu stärken, dass dieser zumindest gefestigt in neue Friedensverhandlungen gehen kann. Zum anderen hat sich Russland auf Augenhöhe mit den USA als ein wichtiger Spieler auf dem internationalen Parkett positioniert, der nicht ohne Weiteres übergangen werden kann.

Fünf Jahre nach Beginn jener Proteste, die zum blutigen Krieg führten, bewegt sich nun endlich etwas in der festgefahrenen Syrien-Diplomatie. Das lässt Hoffnung keimen.


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