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14.03.2016, 20:55 Uhr SYRISCHER BÜRGERKRIEG

Ausgerechnet Putin lässt auf Ende des Gemetzels hoffen

Kommentar von Michael Clasen

Spielplatz in Ruinen: Damaskus am 13. März 2016. Foto: imago stock&peopleSpielplatz in Ruinen: Damaskus am 13. März 2016. Foto: imago stock&people

Osnabrück. Hunderttausende Tote und Millionen von Vertriebenen: Seit fünf Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Jetzt keimt Hoffnung auf. Ausgerechnet Russlands Präsident Putin macht den Anfang.

Der umstrittene Staatschef hat überraschend den Rückzug eines Großteils seiner Truppen angeordnet . Damit herrscht noch kein Frieden in Syrien, doch Putin zeigt zumindest guten Willen.

Logik des gegenseitigen Niedermetzelns

Ein Signal, das den schwierigen Verhandlungen bei den Friedensgesprächen in Genf Schub verleihen könnte. Einen Schub, damit die Vernunft über die Logik des gegenseitigen Niedermetzelns obsiegt.

Auch Europa muss einlenken

Jetzt sind Kompromissbereitschaft und realpolitische Einsichten gefordert –auch von den USA und Europa, die lange den Sturz des syrischen Präsidenten verlangt hatten. Denn so bitter das für einen Teil der Opposition erscheinen mag: Einen Frieden ohne Assad wird es nicht geben. Assad ist ein übler Diktator, doch er und seine Anhänger sind militärisch nicht zu besiegen. Durch die massive Unterstützung aus Moskau und Teheran ist sein Regime sogar wieder erstarkt.

Die USA sollten endlich mit Russland kooperieren

Nun muss ein Abkommen ausgehandelt werden, das allen gesellschaftlichen Gruppierungen grundlegende Freiheiten zuspricht. Zudem sollte die Einheit Syriens garantiert werden. Aber vor allem bräuchte es eine Allianz der nationalen Einheit, damit der Islamische Staat aufhört zu existieren. Die USA sollten endlich mit Russland kooperieren.


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