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14.03.2016, 18:51 Uhr ANTISEMITISMUS-KONFERENZ

Zugewanderter Antisemitismus: Noch ein Problem

Ein Kommentar von Marion Trimborn


In Deutschland gibt es immer noch Judenhass. Foto: dpaIn Deutschland gibt es immer noch Judenhass. Foto: dpa

Osnbrück. In Deutschland gibt es immer noch Anhänger des Antisemitismus. Die Zuwanderung vieler Flüchtlinge aus der arabischen Welt lässt die Furcht aufkommen, dass der Judenhass Zulauf haben könnte. Diese Sorge ist legitim.

ntisemitismus findet in Deutschland immer noch Anhänger. Das ist beängstigend, und deshalb ist die internationale -Konferenz zu dem Thema wichtig. Wenn nun mehr als eine Million Flüchtlinge aus der arabischen Welt nach Deutschland kommen, ist die Frage berechtigt, ob viele von ihnen Judenhass im Gepäck haben.

Das hat rein gar nichts mit Vorurteilen zu tun. Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Iran stammen aus einer anderen Denkwelt. Aus Staaten, in denen politische Indoktrination zum Alltag gehört. Viele sind mit israelfeindlichen und judenfeindlichen Bildern im Kopf aufgewachsen - und werden diese nicht an der Grenze abgeben.

Klar ist, dass sich Zuwanderer an das Grundgesetz halten müssen. Wer die Religionsfreiheit oder die Gleichstellung von Mann und Frau in Frage stellt, hat in Deutschland keinen Platz. Wer Judenhass oder egal welche Form von Fremdenfeindlichkeit predigt, auch nicht. Aufklärung tut not. In Integrationskursen für Flüchtlinge sollte der Holocaust, aber auch die Unterdrückung von Völkern im Nahen Osten verpflichtendes Thema sein.

Richtig ist aber auch, dass Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht gestellt werden dürfen. Falls die AfD wirklich damit liebäugelt, künftig verstärkt auf pauschale Islamkritik zu setzen, würde das die Konfrontation in der Gesellschaft nur verstärken.

Jeder kann die Politik des jüdischen Staates kritisieren, so viel er mag. Nur wer Israel das Existenzrecht abspricht, gehört nicht hierher.

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