Pfeiffer im Interview Krankenkassen erwarten Anstieg der Zusatzbeiträge


Osnabrück. Die gesetzlichen Krankenkassen werden nach Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes ihre Zusatzbeiträge in den kommenden Jahren weiter erhöhen müssen.

In einem Interview mit unserer Redaktion sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer: „Wir haben zum Jahresbeginn eine durchschnittliche Steigerung um zwei Zehntel gehabt.“ Der Anstieg werde in den Folgejahren in ähnlichen Größenordnungen sein. „Daher rechnen wir damit, dass wir bei vorsichtiger Schätzung in 2019 bei 1,8 Prozent sein werden“, erklärte Pfeiffer.

Für Gesetzesänderung bei Festlegung der Arzneimittelpreise

Die Vorstandsvorsitzende forderte eine Gesetzesänderung bei der Festlegung der Arzneimittelpreise. Derzeit könne ein Pharma-Unternehmen bei einem neuen Medikament den Preis im ersten Jahr beliebig festlegen. Erst dann gelte der mit dem Hersteller zwischenzeitlich ausgehandelte Preis. „Er sollte auch rückwirkend gelten, um Fantasiepreise im ersten Jahr zu verhindern“, sagte Pfeiffer.

„Zu viele Kliniken gerade in Ballungsregionen“

In der Krankenhauslandschaft forderte sie einen Strukturwandel. „Wir haben nach wie vor gerade in Ballungsregionen zu viele Kliniken“, sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. Überkapazitäten müssten abgebaut werden. „Darauf werden wir sehr genau achten müssen.“

„Ausgaben für Prävention deutlich gesteigert“

Pfeiffer erklärte, bei den Präventionsleistungen hätten die Kassen ihre Ausgaben „deutlich gesteigert“, und zwar 2014 um plus zehn Prozent und 2015 um plus acht Prozent. „Wir werden jetzt im Rahmen der Umsetzung des Präventionsgesetzes nochmals eine Steigerung sehen auf vier Euro pro Versicherten.“ Das betreffe vor allem die betriebliche Gesundheitsförderung, die Schulen und Kindergärten.


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