Aufruf zum „tortalen Krieg“ Tortenangriff auf AfD-Politikerin Beatrix von Storch

Von Christian Lang


Osnabrück. Aktivisten haben der AfD-Politikerin Beatrix von Storch und einem weiteren Parteimitglied bei einem Treffen der rechtspopulistischen Partei in Kassel eine Torte ins Gesicht geschmissen. Damit rufen sie zum „tortalen Krieg gegen die AfD“ auf.

In einem Video ist zu sehen, wie ein Mann mit einer Torte in der Hand in einen vollen Seminarraum geht. Während er nach vorne zu einem Tisch marschiert, an dem zwei Menschen (eine Frau, ein Mann) sitzen, stimmt er das Lied „Happy Birthday“ an. Dann warf er eine Sahnetorte auf die beiden stellvertretenden AfD-Vorsitzenden von Storch und Albrecht Glaser.

Angriff am Sonntag

Die rund 20 Teilnehmer der AfD-Veranstaltung stürzten sich sofort nach der Wurfattacke auf die Eindringlinge und riefen dann die Polizei. Von Storch, die von oben bis unten mit Torte bekleckert war, sagte: „Wer keine Argumente hat, der reißt Plakate ab, verbrennt Autos oder stört Versammlungen mit Torten“.

Laut dem Blog „tortenbefehl“ soll sich der Angriff am Sonntag in Kassel bei einem Treffen der AfD ereignet haben. Was wollten die Aktivisten damit erreichen?„Wer den moralischen Grenzübertritt verhindern will, muss notfalls auch von der Sahnetorte Gebrauch machen. So steht es im Gesetz. Denn wer das HALT an unserer ethisch-moralischen Grenze nicht akzeptiert, der ist ein Angreifer. Und gegen Angriffe müssen wir uns verteidigen“, heißt es auf der Homepage.

Anspielung auf Forderung Petrys

Dies ist eine offensichtliche Anspielung auf die umstrittene Äußerung der AfD-Chefin Frauke Petry, an der Grenze notfalls auch auf Flüchtlinge schießen zu müssen, um einen illegalen Grenzübertritt zu verhindern. Beatrix von Storch ergänzte die Forderung anschließend mit dem Hinweis, man müsse Waffengewalt notfalls auch gegen Kinder einsetzen.

Dagegen wollen sich die Aktivisten zur Wehr setzen.„Kein Aktivist will einen Politiker torten. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Sahnetorten. Und derzeit ist der Gebrauch von Torten das moralische Gebot der Stunde. Der Tortenwurf ist letztes Mittel am Grenzbaum zur Unmenschlichkeit und dringlichster Ausdruck direkter Demokratie.“

Kinder werden nicht getortet

Weitere ähnliche Aktionen schließen die Aktivisten nicht aus: „Keiner darf glauben, dass er den Boden von Ethik, Moral und Menschenrechten durch die Drohung tödlicher Gewalt gegen Menschen ungestraft verlassen kann. Wer das wie die AfD tut, läuft Gefahr einen tortalen Krieg auszulösen.“ Eine Ausnahme machen die Aktivisten doch: Kinder werden laut ihrer Aussage aus Respekt vor ihrer Menschenwürde nicht getortet. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch unklar.

(mit dpa)