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21.02.2016, 15:19 Uhr AKTIONEN GEGEN FLÜCHTLINGE

Stoppt die Brandstifter - auch die politischen

Kommentar von Uwe Westdörp

Völlig zerstört: der Dachstuhl  des leer stehenden Bautzener Hotels Am Husarenhof, in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollen.  Foto: imago stock&peopleVöllig zerstört: der Dachstuhl des leer stehenden Bautzener Hotels Am Husarenhof, in dem Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Foto: imago stock&people

Osnabrück. Immer unverhohlener treten Ausländerfeinde in Deutschland auf. Sie zünden Flüchtlingsheime an, schüren Angst vor Zuwanderern. Höchste Zeit, die Brandstifter – auch die politischen – zu stoppen

Es ist widerlich. Da suchen Menschen, die Schlimmes erlebt haben, Schutz in Deutschland – und werden Opfer eines pöbelnden Mobs. Da brennt ein künftiges Flüchtlingsheim – und Schaulustige demonstrieren unverhohlen Schadenfreude. So viel Niedertracht macht wütend.

Und, was das Schlimmste ist: Ausbrüche von Hass und Gewalt sind mittlerweile an der Tagesordnung. Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland mehr als 1000 Straftaten gegen Unterkünfte von Flüchtlingen und Asylbewerbern gegeben. Es scheint nur eine Frage der Zeit, dann gibt es wieder Tote wie einst bei Anschlägen in Mölln oder in Solingen.

Ausländerfeinde und Scharfmacher müssen deshalb konsequent gestellt werden: auf der Straße durch vermehrte Polizeipräsenz, und in Parlamenten sowie öffentlichen Diskussionen durch eine breite Front aller Demokraten gegen politische Brandstifter und ihre fahrlässigen Helfer.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das gilt auch für alle Flüchtlinge – so groß die aktuellen Herausforderungen auch sein mögen. Wer das nicht respektiert, gehört hinter Gitter – oder er muss bei Wahlen abgestraft werden. Das gilt besonders für jene, die sich sogar vorstellen können, auf Flüchtlinge schießen zu lassen. Dass die AfD trotzdem hohe Popularität genießt, ist ein Alarmzeichen. Noch tiefer darf Deutschland nicht sinken.