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10.02.2016, 17:42 Uhr LEISTUNGSSCHWACHE SCHÜLER

Pisa und kein Ende: Bildung braucht neue Offensive

Kommentar von Uwe Westdörp

Schüler in Bayern schreiben das Wort „Pisa“ auf eine Tafel. Foto: dpaSchüler in Bayern schreiben das Wort „Pisa“ auf eine Tafel. Foto: dpa

Osnabrück. In Deutschland sind trotz Fortschritten noch weitere Anstrengungen notwendig, um den Anteil sehr leistungsschwacher Schüler weiter zu verringern. Zu diesem Schluss kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in einer Sonderauswertung zur Pisa-Schulstudie. Und die Zeit drängt.

Nein, damit kann Deutschland sich nicht zufriedengeben: Beinahe jeder fünfte 15-jährige Schüler scheitert schon an leichten Aufgaben. Der Anteil extrem Leistungsschwacher hat sich zwar seit dem Pisa-Schock von 2001 verringert. Doch noch immer gibt es an den deutschen Schulen Zehntausende von Schülern, die selbst als Teenager noch nicht über grundlegende Kompetenzen im Lesen und Rechnen verfügen.

Das ist zuallererst ein menschliches Drama. Denn die sehr Schwachen erleben eine Frustration nach der anderen. Und sie haben meist keine nennenswerten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bei vielen ist eine Hartz-IV-Laufbahn programmiert.

Das bedeutet nicht nur hohe Ausgaben der Sozialversicherungen. Zugleich entgehen der Volkswirtschaft auch unzählige Milliarden Euro an Erträgen, wenn so viele Menschen keinen ökonomischen Beitrag leisten.

Die Konsequenz kann nur sein, eine neue Bildungsoffensive zu starten. Der Ausbau der frühkindlichen Bildung, mehr Ganztagsschulen und die Aus- und Weiterbildung von Lehrern haben bereits erste Erfolge gebracht. Nun gilt es, nicht nachzulassen und die Anstrengungen ein weiteres Mal zu verstärken. Noch mehr Geld und Lehrer sind erforderlich – auch mit Blick auf die vielen Flüchtlingskinder, die eine zusätzliche große Herausforderung für Schulen und Lehrer darstellen.