Bürokratischer Prozess Zigtausend Flüchtlinge hatten am 1. Januar Geburtstag

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Zigtausende Flüchtlinge hatten am 1. Januar Geburtstag – nicht wirklich, aber doch offiziell. Foto: Colourbox.deZigtausende Flüchtlinge hatten am 1. Januar Geburtstag – nicht wirklich, aber doch offiziell. Foto: Colourbox.de

Osnabrück. Am 1. Januar dieses Jahres haben zigtausende Flüchtlinge in Deutschland ihren Geburtstag feiern können – zumindest aus bürokratischer Sicht. Dabei stimmt das Datum zumeist gar nicht.

Die hohe Zahl der Geburtstage am 1. Januar ist auf einen bürokratischen Prozess zurückzuführen. „Das Datum 01.01. wird erfasst, wenn der Asylsuchende keine Pass- oder sonstigen Identitätspapiere vorweisen kann und lediglich sein Geburtsjahr kennt, jedoch nicht den genauen Tag oder Monat“, bestätigte ein Sprecher des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unserer Redaktion.

Zahl unbekannt

Bei der Asylantragstellung fragen Dolmetscher in den Aufnahmeeinrichtungen erneut nach dem Geburtsdatum. „Lässt sich auch hier kein exaktes Datum ermitteln, wird das Datum 01.01. von der BüMA [Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender] in den Datensatz beim Bundesamt übernommen“, erklärt der BAMF-Sprecher. Wie oft das bei den rund 1,2 Millionen Flüchtlingen der Fall war, die 2015 nach Deutschland gekommen waren, konnte der Sprecher nicht beantworten.

Andere Zeitrechnung

Das besondere Datum dürfte vielen der muslimischen Flüchtlinge allerdings gleichgültig sein: Sie haben einen eigenen Kalender. Dessen Zeitrechnung beginnt mit der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Nach dem westlichen, gregorianischen Kalender ist das der 16. Juli 622. Der 1. Januar 2016 war im islamischen Kalender der 20. Rabi‘ al-Awwal 1437. Allerdings ist dieser Kalender eher ein religiöser. Viele Muslime gehen nach dem gregorianischen Kalender, insbesondere in westlichen Ländern.


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