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21.01.2016, 19:17 Uhr STREIT UM TV-DEBATTE IN MAINZ

Die AfD lässt sich nicht totschweigen

Kommentar von Uwe Westdörp

Julia Klöckner, Spitzenkandidatin der CDU in Rheinland-Pfalz. Foto: dpaJulia Klöckner, Spitzenkandidatin der CDU in Rheinland-Pfalz. Foto: dpa

Osnabrück. Nach der Ausladung von AfD, Linken und FDP von der sogenannten Elefantenrunde im Südwestrundfunk (SWR) will die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner ihrerseits die Fernsehsendung boykottieren. Und wer profitiert von all dem Streit? Die AfD.

Wie macht man Rechtspopulisten stark? SPD und Grüne, die in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg die Ministerpräsidenten stellen, machen es vor. Indem sie eine TV-Diskussion mit der AfD verweigern , verhelfen sie der umstrittenen Partei zu noch mehr Aufmerksamkeit. Und sie bestätigen so indirekt die Behauptung der AfD, sie werde diskriminiert.

Richtig wäre gewesen, die Populisten im Streitgespräch zu stellen und zu entzaubern. Aber offensichtlich sind sich Malu Dreyer und Winfried Kretschmann dafür zu fein oder fühlen sich einer solchen Debatte nicht gewachsen – ein jämmerliches Bild der Schwäche. Nun werden beide damit leben müssen, als Wahlhelfer für die AfD in die Geschichte ihrer Parteien einzugehen.

CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner macht sich die Situation kühl zunutze und streut sogar noch Salz in offene Wunden. Sie kritisiert, Dreyer habe den SWR unter Druck gesetzt, um nicht mit einem Vertreter der AfD diskutieren zu müssen. Damit wäre eine weitere These der Partei untermauert: die der manipulierten „Lügenpresse“.

TV-Debatten zu boykottieren, wie Klöckner es tut, löst die Probleme aber nicht. Stattdessen muss es Ziel bleiben, einen TV-Talk mit allen Parteien zu organisieren, die eine Chance haben, den Sprung in den Landtag zu schaffen. Dabei wird sich zeigen, ob die AfD wirklich eine Alternative für Deutschland ist. Bisher spricht wenig dafür.