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Österreichisches Ehepaar entführt 29 Tote bei Dschihadisten-Angriff in Burkina Faso


AFP Ouagadougou. Bei dem Dschihadisten-Angriff auf ein Hotel und ein Restaurant in Burkina Faso sind nach neuesten Angaben 29 Menschen getötet worden. Das teilte Innenminister Simon Compaoré am Samstag in der Hauptstadt Ouagadougou mit.

Zuvor hatte die Regierung die Zahl der Toten mit 26 angegeben. Bei dem Angriff in der Hauptstadt des westafrikanischen Landes wurden zudem rund 30 Menschen verletzt.

Wie der Innenminister weiter mitteilte, wurden 176 Menschen gerettet. Zuvor hatte die Regierung die Zahl der Geretteten mit 126 angegeben.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen handelte es sich bei den meisten Todesopfern um Weiße. Mindestens fünf Burkiner waren demnach unter den Toten. Das Schweizer Außenministerium teilte am Samstagabend mit, zwei Schweizer seien bei dem Angriff auf das Restaurant „Cappuccino“ getötet worden. Zuvor hatte das französische Außenministerium mitgeteilt, zwei Franzosen seien unter den Todesopfern im Restaurant. (Weiterlesen: Ostercappelner erleben Terroranschlag in Ouagadougou)

Junge Angreifer

Compaoré zufolge wurden die Leichen von drei Angreifern identifiziert. Alle seien Männer. Sie seien „sehr jung“ gewesen, „höchstens 26 Jahre alt“. Aus Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, es seien mindestens vier Dschihadisten an dem Angriff beteiligt gewesen, darunter zwei Frauen. Laut dem burkinischen Innenminister waren die Angreifer in Fahrzeugen gekommen, die im Nachbarland Niger registriert sind.

Außer dem Restaurant „Cappuccino“ hatten die Dschihadisten am Freitagabend das schräg gegenüber liegende Hotel „Splendid“ angegriffen. Am Samstagmorgen beendeten Sicherheitskräfte den Angriff nach zwölf Stunden gewaltsam. Am Freitag wurde zudem in Baraboulé im Norden von Burkina Faso ein australisches Ehepaar von mutmaßlichen Dschihadisten entführt. Der Arzt und seine Ehefrau leben nach Angaben eines Bewohners seit 1972 in der Stadt Djibo am Rande der Sahelzone.

Islamisten in Mali aktiv

Das westafrikanische Burkina Faso galt bislang als relativ sicheres Land. Der arme Binnenstaat grenzt allerdings an Mali, wo vor allem im nördlichen Saharagebiet radikale Islamisten aktiv sind. Der Angriff vom Freitag erinnerte stark an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Malis Hauptstadt Bamako. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen in einem bei Ausländern beliebten Hotel, dem Radisson Blu, als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen wurden getötet. Auch für diese Tat wurden mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Islamistengruppen verantwortlich gemacht.

Burkina Fasos Langzeitpräsident Blaise Compaoré floh nach anhaltenden Massenprotesten im Oktober 2014 außer Landes. Auf ihn folgte eine von Michel Kafando geführte Übergangsregierung, die im September mit Mühe und Not einen Militärputsch durchstand. Im November fanden erstmals wieder freie Wahlen statt, aus denen der Oppositionspolitiker und frühere Regierungschef Kaboré siegreich als Präsident hervorging. Der mehrheitlich muslimische Binnenstaat - der unter anderem an Mali, Ghana, Niger und die Elfenbeinküste grenzt - gehört einem umfassenden UN-Index zufolge zu den fünf ärmsten Ländern der Welt.


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