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Neujahresempfang des Bistums Bode blickt auf 20 Jahre zurück: „Ein Glücksfall“


Osnabrück. Eines war beim Neujahrsempfang des Bistums Osnabrück in diesem Jahr anders: Ausnahmsweise sprach kein Gastredner. Vielmehr prägte der Rückblick auf das 20-jährige Wirken von Bischof Franz-Josef Bode das traditionelle Treffen mit 180 Gästen aus Politik, Religion und Gesellschaft.

Der Bischof selbst sprach von einem „Glücksfall“, den er erfahren habe. „Ich fand ein Bistum vor, das eine große Weite hat – nicht nur geografisch, sondern auch von der Herzensweite.“ Bei der Einführung im November 1995 sei er der jüngste katholische Bischof in Deutschland gewesen, und in diesem Jahr werde er der Dienstälteste.

„Katholikentag 2008 in Osnabrück war ein gutes Erlebnis“

Zu den wichtigsten Ereignissen in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten zählte Bode den Katholikentag 2008 in Osnabrück, der ein „gutes Erlebnis“ nicht allein für die Stadt gewesen sei. Aber es habe für das Bistum auch Krisenzeiten gegeben, so 2010, als die Missbrauchsfälle in den Reihen der Kirche bekannt geworden seien, und 2013, als über das Thema Kirche und Geld diskutiert worden sei. Es gehe um „all die empfindlichen Fragen, wo Menschen Glaubwürdigkeit erwarten und wir diese Glaubwürdigkeit nicht immer gelebt haben“.

Aktuell gehöre zu den wichtigsten Aufgaben die Aufnahme der Flüchtlinge. „Wir wollen alles tun, um die Integration mit denen, die künftig unsere Nachbarn und Freunde sein wollen, zu leisten“, sagte Bode.

Warnung vor „atemloser Gesellschaft“

Im Zusammenhang mit dem „Jahr des Aufatmens“, das im Bistum im September begonnen hat, warnte Bode vor einer „atemlosen Gesellschaft“. In einer Umwelt, die von immer schnelleren Ereignissen getrieben sei, sollte jeder Mensch sein Vorgehen überdenken. Die Kirchen seien dabei besonders gefordert. „Wenn wir als Kirche nicht zur Unterbrechung beitragen können, weiß ich nicht wer sonst“, sagte der Bischof.

„So einen Papst hätten wir vor 30 Jahren gebraucht“

Ein großes Lob zollte Bode Papst Franziskus. „So einen Papst hätten wir vor 30 Jahren gebraucht“, betonte der Bischof. Zwar habe Franziskus gute Vorgänger gehabt, aber der jetzige Papst habe seinen eigenen, ganz anderen Stil. Er leite eine Kirche, „die nicht nur zentralistisch denkt“.

Generalvikar Theo Paul würdigte in seiner Ansprache ebenfalls das Kirchenoberhaupt: „Auch in Osnabrück spüren wir, wie dieser Papst uns gut tut“, sagte Paul. „Manche Mauer ist mit einem Mal wie eine Tür.“

Paul: Anregungen des Osnabrücker Bischofs sind weltkirchlich bedeutsam

Großes Lob spendete Paul Bischof Bode, mit dem er seit 19 Jahren als Generalvikar zusammenarbeitet: „Du hältst Türen offen, sprichst mit Menschen.“. Durch Bodes Teilnahme an der Familiensynode in Rom hätten die Anregungen des Osnabrücker Bischofs sogar eine „weltkirchliche Relevanz bekommen“.

Zu dem Empfang waren unter anderem Vertreter der evangelischen Kirche, der jüdischen Gemeinde und der Muslime, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Vertreter aus den Kommunen, von Hochschule und Justiz gekommen.


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