Justizminister kritisiert Bischöfe Maas ruft zu grundlegender Reform des kirchlichen Arbeitsrechts auf

Von Burkhard Ewert

Hat kein Verständnis für das Arbeitsrecht der katholischen Kirche: Bundesjustizminister Heiko Maas im Interview mit der NOZ. Foto: dpaHat kein Verständnis für das Arbeitsrecht der katholischen Kirche: Bundesjustizminister Heiko Maas im Interview mit der NOZ. Foto: dpa

Osnabrück. Bundesjustizminister Heiko Maas hat die katholische Kirche nachdrücklich zu einer umfassenden Liberalisierung ihres in Deutschland geltenden Arbeitsrechts aufgerufen.

In einem Interview mit der NOZ sagte der SPD-Politiker, „eine Änderung der Praxis der katholische Kirche, Wiederverheirateten und Homosexuellen zu kündigen, ist absolut überfällig“.

Änderungen gehen ihm nicht weit genug

Maas, selbst katholisch und als Kind Ministrant, bezeichnete die Notwendigkeit eines solchen Schrittes als „ganz klar“. Die im Frühjahr von den Diözesen beschlossene Neufassung der Regelungen reicht dem Justizminister damit bei weitem nicht aus. So sieht die novellierte „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ die Kündigung bei der erneuten Heirat nach einer Scheidung unter bestimmten Umständen weiterhin vor und unterscheidet zudem zwischen katholischen und nicht-katholischen Beschäftigten.

Abtreibung zu befürworten, kann den Job kosten

Von einem Schutz homosexueller Mitarbeiter ist gar nicht die Rede. Auch andere Umstände wie das Befürworten einer Abtreibung können zur Kündigung führen. Ferner wird die leicht überarbeitete Fassung nicht einmal in allen Bistümern angewendet.

Das komplette Interview mit Heiko Maas lesen Sie hier.

Was ist erlaubt, was verboten? Die „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ können Sie hier einsehen.