Biografie Helmut Schmidt: Stationen seines Lebens

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Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) im September 2010 in Berlin. Foto: dpaAltkanzler Helmut Schmidt (SPD) im September 2010 in Berlin. Foto: dpa

Osnabrück. Helmut Schmidt ist tot. Hier die Stationen seines Lebens im Überblick.

1918 Helmut Heinrich Waldemar Schmidt wird in Hamburg-Barmbek als Sohn des Studienrats Gustav Schmidt und seiner Frau Ludovika geboren.

1937 Abitur an der Hamburger Lichtwark-Schule.

1937–1939 Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst.

1939–1942 Soldat im Zweiten Weltkrieg, zunächst bei der Bremer Luftabwehr, ab 1941 Einsatz an der Ostfront.

1942 Schmidt heiratet seine ehemalige Klassenkameradin Hannelore (Loki) Schmidt.

1942–1944 Referent für Ausbildungsvorschriften der Flakartillerie im Luftfahrtministerium.

1944/45 Fronteinsatz (Dezember–April) als Oberleutnant und Batteriechef an der Westfront.

1945 In der Lüneburger Heide gerät Schmidt im April in britische Kriegsgefangenschaft, am 31. August Heimkehr.

1946–1949 Studium der Volkswissenschaft und Staatswissenschaft in Hamburg, unter anderem beim späteren Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller. Abschluss als Diplomvolkswirt.

1946 Eintritt in die SPD

1947/48 Bundesvorsitzender des Sozialistischen Deutschen Hochschulbundes (SDS).

1949–1953 Zunächst Referent, dann Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung, ab 1952 Verkehrsdezernent in der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Verkehr.

1953–1962 Mitglied des Deutschen Bundestags.

1957 Schmidt wird Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD. Er engagiert sich gegen die atomare Bewaffnung der Bundeswehr.

1961 Schmidt wird Polizeisenator in Hamburg, 1962 legt er sein Bundestagsmandat nieder.

1962 Bei der Hochwasserkatastrophe in Hamburg zieht Schmidt die Entscheidungsvollmachten an sich, koordiniert die Rettungsarbeiten und macht sich einen Namen als Krisenmanager. Die Polizeibehörde wird zur Innenbehörde umgebaut, Schmidt Innensenator.

1964 Schmidt ist Mitglied der zehnköpfigen Regierungsmannschaft Willy Brandts für die Bundestagswahlen 1965.

1965–1987 Schmidt ist erneut Bundestagsabgeordneter.

1967–1969 Schmidt leitet die SPD-Bundestagsfraktion.

1968–1983 Stellvertretender SPD-Vorsitzender.

1969–1972 Bundesverteidigungsminister im ersten sozialliberalen Kabinett von Willy Brandt.

1972 Von Juli bis November ist er Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen als Nachfolger von Karl Schiller. Im Dezember übernimmt er im 2. Kabinett Brandt das Amt des Bundesfinanzministers.

1974 Nach dem Rücktritt von Brandt wird Schmidt am 16. Mai zum 5. Bundeskanzler gewählt. Seine Kanzlerschaft steht unter dem Schatten von Rezession und Weltwirtschaftskrise.

1975 Unterzeichnung der Schlussakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in Helsinki. Erstes Treffen mit DDR-Staats- und Parteichef Honecker.

1976 Bundestagswahlen; Wiederwahl zum Bundeskanzler.

1977 Eine Welle terroristischer Aktionen erschüttert die Bundesrepublik, Schmidt reagiert mit Unnachgiebigkeit und übernimmt die politische Verantwortung für die Ermordung von Arbeitgeberpräsident Schleyer.

1980 Nach dem Wahlsieg der sozialliberalen Koalition Wiederwahl zum Bundeskanzler.

1981 Schmidt verknüpft sein politisches Schicksal mit der Zustimmung der SPD zum Nato-Doppelbeschluss. Die Partei folgt ihm.

1982 Die vier FDP-Minister treten aus der Bundesregierung aus; Schmidt wird mit einem konstruktiven Misstrauensvotum als Bundeskanzler abgelöst. Helmut Kohl tritt die Nachfolge an.

1986 Geschäftsführer „Die Zeit“, danach Mitherausgeber.

1987 Abschiedsrede im Deutschen Bundestag.

1995 Ernennung zum Ehrenbürger der Städte Berlin, Bonn, Bremerhaven und Hamburg.

1998 Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Güstrow wegen der Verdienste um den Erhalt der Barlach-Stiftung.

2002 Ehrenbürgerwürde des Landes Schleswig-Holstein.

2005 Die Universität der Bundeswehr in Hamburg wird in Helmut-Schmidt-Universität umbenannt. Schmidt erhält die Ehrendoktorwürde der Hochschule.

2007 Schmidt erhält gemeinsam mit dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing den Adenauer-de-Gaulle-Preis für sein Bemühen um die deutsch-französische Zusammenarbeit.

2012 Schmidt erhält in Münster den Preis des Westfälischen Friedens und wird damit als „Wegbereiter des friedlich geeinten Europas“ geehrt.


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